H wie Hundepfeife (dog whistle): Ein Begriff, der in Großbritannien für politische Botschaften mit populistischen oder gar rassistischen Untertönen verwendet wird. Boris Johnson, Ex-Bürgermeister von London und Brexit-Befürworter, setzte sich diesem Vorwurf aus. Anlass war ein Zeitungsartikel, in dem er spekulierte, US-Präsident Barack Obama hege wegen seiner teilweise kenianischen Abstammung eine Abneigung gegen das britische Kolonialreich und den früheren Premier Winston Churchill.

I wie Immigration (Einwanderung): Ist das zentrale Thema der Brexit-Befürworter. Die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU ist ihnen ein Dorn im Auge. Sie wollen stattdessen ein Punktesystem einführen, das gut ausgebildete Einwanderer bevorzugt. Das würde aber wohl auch für britische Staatsbürger ein Ende der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit auf dem Kontinent bedeuten.

J wie Jean-Claude Juncker: Für den Chef der mächtigen Brüsseler EU-Kommission ist der Brexit das Horrorszenario schlechthin. Auf Wahlkampfauftritte auf der Insel verzichtet der leidenschaftliche Europäer aber lieber. Für viele Briten steht der Luxemburger für eine alte, verkrustete EU.

K wie Krise: Premierminister David Cameron hat mehrfach vor einem Schock und einer Rezession für die britische Wirtschaft gewarnt, sollte das Land aus der EU austreten.

L wie Labour Party: Die meisten Labour-Abgeordneten sind gegen einen Brexit. Labour-Chef Jeremy Corbyn hält aber einen Sicherheitsabstand zu Premierminister Cameron. Corbyn wurde wiederholt vorgeworfen, sich nicht genügend im Wahlkampf engagiert zu haben. Anders als der neue Bürgermeister von London, Sadiq Khan. Der sprang kürzlich über seinen Schatten und machte mit Cameron Werbung für den Verbleib in der EU.

M wie MI5: Mehrere ehemalige Geheimdienstchefs haben sich in die Debatte um das Für und Wider eines Brexits eingemischt. Eliza Manningham-Buller, die früher den Inlandsgeheimdienst MI5 leitete, warnte vor echten Sicherheitsrisiken im Falle eines EU-Austritts. Die enge Zusammenarbeit mit anderen europäischen Geheimdiensten dürfe nicht aufs Spiel gesetzt werden.

N wie Nettozahler: Auch nach Abzug des Briten-Rabatts zahlen die Briten mehr Geld in das EU-Budget als sie herausbekommen. 2014 Betrug die Differenz knapp fünf Milliarden Euro. Das ist eines der stärksten Argumente der Brexit-Befürworter. Sie verschweigen dabei aber meist, dass Frankreich und Deutschland noch mehr Geld zahlen und dass auch die Pro-Kopf-Beiträge der Briten bei weitem nicht zu den höchsten gehören.

O wie Obama: Der US-Präsident kam Ende April nach London. Offiziell wollte Barack Obama der Queen nachträglich zum Geburtstag gratulieren. Er trat dann aber gemeinsam mit Premierminister David Cameron vor die Kameras und warnte vor einem Brexit. Das brachte ihm bei den Befürwortern eines Ausstiegs den Vorwurf der Einmischung ein. Boris Johnson griff ihn in einem Zeitungsartikel persönlich an (siehe Buchstabe H).