Banken in Luxemburg: Commerzbank, Dexia - © Hvpuser, Spone - Creative Commons
Banken in Luxemburg: Commerzbank, Dexia - © Hvpuser, Spone - Creative Commons

Luxemburg. (afp) Im Prozess um die Enthüllungen im "LuxLeaks"-Skandal sind am Mittwoch zwei ehemalige Mitarbeiter der internationalen Wirtschaftsprüfungsfirma PricewaterhouseCooper (PwC) zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der dritte Angeklagte, ein Journalist, wurde freigesprochen.

Die drei Franzosen hatten dazu beigetragen, die dubiosen Steuerpraktiken multinationaler Konzerne in Luxemburg zu enthüllen. Der ehemalige Mitarbeiter von PwC, Antoine Deltour, wurde vom Bezirksgericht Luxemburg zu zwölf Monaten, sein früherer Kollege Raphaël Halet zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte 18 Monate Haft gefordert, die Verteidigung verlangte Freisprüche für alle drei Angeklagten.

Urteil von Tragweite

Die Vorwürfe reichten von Diebstahl und Verletzung von Geschäftsgeheimnissen bis zur Verletzung des Berufsgeheimnisses. Den Ex-Mitarbeitern von PwC war vorgeworfen worden, tausende Dokumente über die dubiosen Steuerpraktiken multinationaler Konzerne in Luxemburg entwendet und an den Journalisten Edouard Perrin weitergegeben zu haben. Die Dokumente enthüllen, wie Luxemburg den Konzernen half, in der EU Milliarden an Steuerzahlungen zu vermeiden - und dabei selbst ordentlich dazuverdiente.

Es handelt sich um ein Urteil von europäischer Tragweite, das festlegen könnte, wie künftig mit Whistleblowern umgegangen wird. Heftige Kritik an dem Urteil kam unter anderem aus dem EU-Parlament. Für die österreichische EU-Abgeordnete Evelyn Regner (SPÖ) ist es eine "Blamage": "Es ist eine Schande, dass es überhaupt zu diesem Prozess gekommen ist, und zeigt, dass etwas in unserem Rechtssystem grundlegend falsch läuft."

Die Organisationen Oxfam und Attac hatten erklärt, ein Freispruch sei das "einzig akzeptable" Urteil in dem Prozess gegen die "Whistleblower".