Wien/Frankfurt. Bei den Investoren hat sich übers Wochenende die Meinung durchgesetzt, dass die europäischen Banken noch lange nicht dort sind, wo sie eigentlich sein sollten. Der publizierte "Stresstest" der europäischen Aufsichtsbehörden, also die Euro-Bankenentwicklung bei (fiktiven) wirtschaftlichen Schocks, brachte eher ernüchternde Ergebnisse.

In Österreich wurde das schlechte Abschneiden der Raiffeisen-Geldgruppe an der Börse abgestraft. Die RBI-Aktie sank untertages um mehr als acht Prozent, bevor sie mit minus fünf Prozent aus dem Handel ging. Die starke Reaktion wird nun - so Experten - den Strukturwandel bei Raiffeisen beschleunigen. Im September wird klar sein, wie die Fusion zwischen RZB und ihrer börsenotierten Mehrheitsbeteiligung RBI (Osteuropa) ausschaut.
Damit wird die 2005 vollzogene Trennung wieder rückgängig gemacht. In der Auslage standen allerdings Italiens Banken bei diesem Test. Unicredit, Mutter der Bank Austria, musste ein herbes Minus von neun Prozent im Aktienkurs hinnehmen.

Zwar ist keine europäische Großbank (außer die aktuell kriselnde Monte dei Pasci Siena) beim Test unter die Mindest-Kapitalvorschriften gerutscht, aber das genügt den Investoren offenbar nicht mehr. Erschreckend schwach auch deutsche Universalbanken. Vor allem beim Verschuldungsgrad ("leverage ratio") zeigen Deutsche Bank, Bayerische Landesbank und Commerzbank erschreckende Defizite.