Sarajevo/Banja Luka. Der für seinen Separatismus bekannte bosnisch-serbische Präsident Milorad Dodik schürt kurz vor dem umstrittenen Referendum in der serbischen Teilrepublik weiter in dem eskalierenden Konflikt mit dem Gesamtstaat. Bei einem Besuch in Russland drohte Dodik am Donnerstag offen mit der Abspaltung der Republika Srbska von Bosnien-Herzegowina.

Sollte es vonseiten Sarajevos wegen der Volksabstimmung am Sonntag zu irgendeiner Form von Gewalt gegenüber der serbischen Teilrepublik kommen, werde diese "in demselben Augenblick nicht mehr Teil Bosnien-Herzegowinas" sein, erklärte Dodik in Moskau gegenüber dem russischen Internetsender Sputnik.

Dayton-Friedensabkommen 

Der Präsident der Republika Srbska reagierte damit auf eine Aussage des ehemaligen bosniakischen Kriegskommandanten Sefer Halilovic, der diese Woche gedroht hatte, dass Republika Srpska "verschwinden" würde, sollte die verfassungswidrige Volksabstimmung stattfinden. Nach dem Referendum werde das Dayton-Friedensabkommen nicht mehr gelten, hatte Halilovic erklärt.

Das Referendum am kommenden Sonntag, bei dem die bosnischen Serben über die Abhaltung des Nationalfeiertags am 9. Jänner abstimmen sollen, gilt als klarer Verstoß gegen die bosnische Verfassung. Das Verfassungsgericht hatte Ende des Vorjahres die Begehung des Feiertags an diesem Datum - an diesem Tag wurde die Serbenrepublik 1992 ausgerufen - für verfassungswidrig erklärt. Die Serben sollten sich dem gesamtbosnischen Feiertag am 25. November anschließen.

Das Referendum gilt als Machtprobe der Serben mit dem Bundesstaat und als Vorstufe für die von Dodik immer wieder angedrohte Volksabstimmung zur Abspaltung.