Rom/Siena. Die Regierung des italienischen Premier Matteo Renzi hat Verhandlungen mit der EU-Kommission über den Rettungsplan für die toskanische Bank Monte dei Paschi (MPS) aufgenommen. Italien habe bereits einen Antrag auf Rekapitalisierung durch den Staat gestellt, berichtete die Zeitung "Corriere della Sera" am Freitag. Indiskretionen zufolge sei die EU demnach bereit, die Lasten für Kleinaktionäre zu reduzieren. Zugleich führt die älteste Bank der Welt Verhandlungen für den Einstieg mehrerer Fonds in den Aktionärskreis der Bank. Gespräche mit dem Staatsfonds von Katars, QIA, seien bereits in der Endphase. Eine Milliarde Euro will der Fonds für den Einstieg bei MPS im Rahmen der Kapitalerhöhung ausgeben. Auch der Fonds Attestor Capital will einsteigen, berichtete die Wirtschaftszeitung "Milano e Finanza". MPS hat indes seine Partnerschaft mit der französischen Axa um weitere zehn Jahre bis 2027 verlängert. Das Abkommen war im März 2007 unterzeichnet worden. Axa hatte jeweils 50 Prozent des Lebensversicherers MPS Vita, des Schadensversicherers MPS Danni und des Pensionsfonds der 1472 gegründeten Bank.

Monte Paschi plant eine Kapitalerhöhung von rund 5 Milliarden Euro, wobei Schulden in Eigenkapital umgewandelt werden sollen. Die Bank schnitt beim europäischen Banken-Stresstest 2014 und 2016 am schlechtesten ab und braucht frisches Kapital, um die Verluste aus dem Verkauf fauler Kredite im Volumen von 28 Milliarden Euro auszugleichen. Wenn das nicht gelingt, braucht sie Staatshilfe.