Benoît Hamon wird für  Frankreichs Sozialisten ins Rennen um die Präsidentschaft gehen: Der 49-jährige Abgeordnete gewann die Vorwahl der Partei am Sonntag klar gegen den früheren Premierminister Manuel Valls. Laut vorläufigen Ergebnissen kam der frühere Bildungsminister auf rund 59 Prozent der Stimmen.

Hamons Sieg bedeutet einen Linksruck der Sozialisten, die bei der Präsidentschaftswahl allerdings als nahezu chancenlos gelten. Valls räumte am Abend seine Wahlniederlage ein, gratulierte Hamon und wünschte ihm vield Glück.

Die Linke lebt

Hamon sagte, sein Sieg zeige, dass die Linke "lebendig und leidenschaftlich sei". Er wolle die Sozialisten nun zu einem Sieg bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai führen. Frankreich brauche eine "moderne und innovative Linke".

Der 49-Jährige  konnte mit einem ausgesprochen linken Wahlprogramm viele der von Hollande enttäuschten Linkswähler für sich gewinnen. Er wirbt für mehr Investitionen, eine Senkung der Arbeitszeit und mehr Umweltschutz. Außerdem will er langfristig ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 750 Euro für alle Erwachsenen einführen. An die EU-Defizitvorgaben will er sich nicht halten.

Sozialisten ohne Chance

Allerdings gelten die Sozialisten nach wie vor als nahezu chancenlos. Laut Umfragen könnten sie in der ersten Runde sogar nur auf dem fünften Platz landen. Als Favorit gilt der konservative Kandidat Francois Fillon, auch wenn er durch eine Affäre um eine mögliche Scheinbeschäftigung seiner Ehefrau unter Druck geraten ist. Der frühere Premierminister dürfte bisherigen Umfragen zufolge zusammen mit der Rechtsextreme Marine Le Pen in die Stichwahl einziehen und dort gewinnen.

Auch zwei Konkurrenten aus dem linken Lager schneiden derzeit in Umfragen besser ab als die Sozialisten: der sozialliberale Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und Linkspartei-Gründer Jean-Luc Melenchon.