Paris. Vor der Präsidentenwahl in Frankreich haben sich der Sozialist Benoit Hamon und der unabhängige Kandidat Jean-Luc Melenchon nicht auf eine Allianz einigen können. Damit dürfte keiner der beiden linken Politiker eine Chance haben, die entscheidende Stichwahl im Mai zu erreichen.

Hamon sagte dem Sender TF1 am Sonntag, man habe sich bei einem Gespräch am Freitag nicht auf ein Bündnis verständigen können. Melenchon erklärte ebenfalls, die Vorstellungen seien in einigen Fragen zu unterschiedlich gewesen.

Wahlumfrage macht Frankreich-Bonds beliebt 

In der Hoffnung auf einen künftigen französischen Präsidenten Emmanuel Macron haben sich Anleger am Montag mit Staatsanleihen des Landes eingedeckt. Die drückte die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Fünf-Wochen-Tief von 0,884 Prozent.

Einer am Wochenende veröffentlichten Umfrage von Odoxa/Dentsu-Consulting zufolge wird der unabhängige Kandidat Macron bei der Stichwahl am 7. Mai seine wahrscheinliche Kontrahentin Marine Le Pen mit 61 zu 39 Prozent besiegen. Die Chefin des rechtsextremen Front National will ihr Land aus der Euro-Zone herauslösen. Zudem konnten sich der Sozialist Benoit Hamon und der unabhängige Kandidat Jean-Luc Melenchon nicht auf eine Allianz einigen. "Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein linker Kandidat Macron oder Fillon überholt", sagte Anlagestratege Rene Albrecht von der DZ Bank.

Macron sicherte sich dagegen die Unterstützung des bürgerlichen Politikers Francois Bayrou. Der lange Zeit favorisierte Konservative Francois Fillon steht unter dem Verdacht der Scheinbeschäftigung von Familienangehörigen. Starke Umfragewerte Le Pens hatten die Risikoaufschläge für französische Anleihen zu vergleichbaren Bundestiteln vergangene Woche Zeitweise auf ein Viereinhalb-Jahres-Hoch getrieben.