Rom/Moskau. Wie bereits die FPÖ hat auch die Italiens ausländerfeindliche Oppositionspartei eine Vereinbarung mit der Kreml-Partei "Einiges Russland" abgeschlossen. "Wir hoffen, dass dieses Abkommen bald zu einer engen Beziehung zwischen zwei Regierungsparteien führen wird. Wir hoffen nämlich in maximal einem Jahr an Italiens Regierung zu gelangen", sagte Lega-Chef Matteo Salvini bei einem Besuch in Moskau.

Die rechtspopulistische Partei unterzeichnete ein auf fünf Jahre laufendes Kooperationsabkommen mit "Einiges Russland". Bisher habe die Lega mit keiner anderen Gruppierung eine derartige Partnerschaft abgeschlossen, nicht einmal mit der französischen Rechtspartei Front National, mit der die norditalienische Partei bereits seit Jahren eng kooperiert, erklärte Salvini.

Der Lega Nord-Chef in Moskau:

Bei seinem Besuch in Moskau traf der Lega-Chef auch den russischen Außenminister Sergej Lawrow. Themen des Gesprächs waren unter anderem die Krise min Libyen, die Lage in Syrien, der islamische Terror sowie die Russland-Sanktionen und die bevorstehenden Wahlen in Frankreich und in den Niederlanden, berichtete Salvini.

Salvini will "konservatives Rechts-Lager" anführen

Der 43-jährige Mailänder will am kommenden Samstag in Neapel das politische Programm der Lega Nord in Hinblick auf Neuwahlen in Italien vorstellen, die spätestens am Ende der Legislaturperiode im kommenden Frühjahr stattfinden werden. Salvini macht keinen Hehl daraus, dass er selbst gern Spitzenkandidat eines vereinten Mitte-Rechts-Lagers sein würde.

Daher bemüht er sich seit Monaten, seine bisher vor allem auf Norditalien konzentrierte Partei in eine gesamtstaatliche Gruppierung umzuwandeln, die er im Süden mit dem Namen "Noi con Salvini" lancieren will. Ziel ist es, auch in Süditalien mit Slogans gegen die Einwanderung und das "zentralistische" Europa zu punkten.