Erleichterung unter Finanzexperten

Unter Finanzmarktexperten sorgte der Ausgang des ersten Wahlgangs für Erleichterung - sie hatten eine Stichwahl zwischen den Euro-Gegnern Le Pen und Melenchon gefürchtet. "Es ist nicht zu einem Horror-Ergebnis gekommen, das die Stabilität der Währungsunion bedroht hätte", sagte Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank.

Le Pen lehnt den Euro ab und befürwortet die Rückkehr zu nationalen Währungen. Macron dagegen ist ein Befürworter der Europäischen Union und der Euro-Zone, er hat sich aber auch kritisch über die deutsche Exportstärke geäußert. Der Euro reagierte vor Handelsbeginn in Fernost mit einem Plus auf die ersten Wahlergebnisse und legte mehr als einen Cent gegenüber dem Dollar auf ein Vier-Wochen-Hoch zu.

Gratulanten aus der EU

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gratulierte Macron nach Angaben seines Sprechers zum Ergebnis des ersten Wahlgangs. Er habe dem Kandidaten alles Gute für den zweiten Wahlgang gewünscht.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat den Erfolg Macrons ebenfalls begrüßt. "Das ist ein Ergebnis, mit dem wir sehr gut leben können", erklärte Kern am Sonntagabend in Jerusalem. Erfreut kommentierten den sich abzeichnenden Sieg Macrons in der ersten Wahlrunde auch ÖVP-Europaabgeordneter Othmar Karas und Grünen-Chefin Eva Glawischnig. Neos-Chef Mathias Strolz sagte, dass das Votum für Macron "Mut und Hoffnung" mache, weil dieser "entschlossen für das gemeinsame Europa und eine vorwärtsgewandte sowie offene Gesellschaft kämpft".

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel zeigte sich sicher, dass Macron in der Stichwahl siegen wird: "Ich bin sicher, er wird der neue französische Präsident", sagte der SPD-Politiker am Sonntag in der jordanischen Hauptstadt Amman. SPD-Chef und Kanzlerkandidat Martin Schulz begrüßte, dass in Frankreich nach den Niederlanden "eine zweite Ultranationalistin und Rassistin" die Wahl verloren hat.

Der CDU-Politiker Norbert Röttgen war erfreut über den Erfolg Macrons bei der französischen Präsidentschaftswahl. "Ich meine, dass es für Deutschland und Europa nicht besser geht", teilte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses am Sonntagabend mit. Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im Europaparlament, der deutsche CSU-Politiker Manfred Weber, hat sich für ein Bündnis aller Demokraten gegen Le Pen ausgesprochen. "Sie ist eine Blenderin", erklärte er am Sonntagabend.