"Ein deutliches Signal dafür, dass Macron für eine Erneuerung steht. Für einen Bruch mit dem alten System", freut sich die 34-jährige Juliana. Sie hat gleich zwei Fahnen mit dabei, eine in jeder Hand. "Die Werte der Demokratie sind wieder hergestellt", jubelt sie "der Extremismus hat keinen Platz bei uns!" Der Sieg des unabhängigen Kandidaten sei ein deutliches Signal an die USA und an Großbritannien. "Wir haben gezeigt, dass es auch anders geht", sagt sie. Für die Rechtsdozentin birgt ein Frankreich mit Macron als Präsident neue Hoffnung. "Er wird viel für unser Land tun", ist sie sich sicher.

Macron: "Seid ihr bereit?"

Der 70-jährige Pierre Chumiatcher teilt diese Überzeugung. Er hat Macron von Anfang an unterstützt. "Ich war bei seinem ersten Meeting am 12. Juli 2016 dabei und sofort von der Qualität der Person beeindruckt", erinnert er sich. Damals hätten seine Bekannten noch alle über ihn gelacht, als er von einem Sieg des Zentrumskandidaten sprach. "Sie dachten, er würde nicht mehr als 10 Prozent der Stimmen bekommen. Und sehen sie uns heute an", lacht er. Für Chumiatcher war Macrons Kandidatur ausschlaggebend für das schlechte Ergebnis der beiden traditionellen Großparteien, der Sozialisten und der Republikaner. "Er ist gebildet, kennt das Bankwesen, war Wirtschaftsminister und bringt frischen Wind in die politische Szene. Natürlich hatte er auch Glück, aber das gehört dazu", sagt der Pensionist.

Schließlich wird über die Bildschirme die Ansprache des frisch gewählten Präsidenten übertragen. Er wolle Frankreich vereinen, ein Präsident aller Franzosen sein, verkündet Macron. Die Menge jubelt. Als Macron seine Ansprache beendet, brüllen die Menschen die Marseillaise. In kurzer Zeit wird der neue Präsident Frankreichs bei ihnen eintreffen. "Seid ihr bereit?", ruft ein Mitglied der Bewegung "En marche" in die Menge. Diese antwortet mit tosendem Beifall. "Wir sind bereit für ein neues Frankreich, für eine neue Ära", ruft ein Mann.