Paris. Emmanuel Macron wird Frankreichs neuer Präsident. Der 39-Jährige hat seinen Wahlkampf überwiegend mit einer Gruppe ebenfalls recht junger Vertrauter organisiert.

Zuletzt stießen aber einige erfahrene Politiker in seinen Kreis, die nun als Kandidaten für Ministerposten gehandelt werden. Ein Überblick:

Richard Ferrand: Der 54-Jährige könnte Chancen auf das Amt des MINISTERPRÄSIDENTEN haben. Als der künftige Staatschef noch Wirtschaftsminister war, brachte der damals sozialistische Abgeordnete maßgeblich Macrons Liberalisierungsgesetz durchs Parlament. Ferrand schloss sich als einer der Ersten Macrons Bewegung an und ist bei "En Marche!" nun die Nummer zwei. Ferrand stammt aus der Arbeiterschicht, hat sich mit der Sanierung einer insolventen Krankenkasse profiliert und in der Regierung bereits Erfahrungen als Kabinettsberater gesammelt. Er spricht Deutsch.

Sylvie Goulard: Die 52-Jährige beherrscht vier Sprachen und wird als AUSSENMINISTERIN gehandelt. Die in Brüssel angesehene Europa-Abgeordnete war Beraterin des früheren Kommissionspräsidenten Romano Prodi. Sie hat Macron dabei unterstützt, sein Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel im März einzufädeln.

Jean Pisani-Ferry: Der bekannte Ökonom hat in Brüssel die einflussreichen Denkfabrik Bruegel gegründet. Aus dem Expertenteam des scheidenden Präsidenten Francois Hollande, "France Strategie", zog er sich 2016 zurück und stellte sich Macrons Kampagne in den Dienst, für die er das Wirtschaftsprogramm mit ausarbeitete.

Jean-Yves Le Drian: Der französische VERTEIDIGUNGSMINISTER ist der hochrangigste Sozialist, den Macron in sein Lager ziehen konnte. Der 69-Jährige gehört zudem zu den wenigen beliebten Mitgliedern der Regierung von Bernard Cazeneuve. Die Gunst der Franzosen hat er sich mit dem Management von Militäreinsätzen gegen Islamisten in Afrika sowie mit einem Anschub von Waffenexporten gesichert. Le Drian will sich nach eigenen Angaben politisch auf seine Heimatregion Bretagne konzentrieren. Er könnte Macron aber als Berater und Vermittler in Afrika und den Golfstaaten dienen.

Francois Bayrou: Der 65-Jährige war lange das Gesicht der politischen Mitte Frankreichs, ist aber drei Mal als Präsidentschaftskandidat gescheitert. Als der ehemalige Bildungsminister einen vierten Anlauf in Erwägung zog, warf ihn Macrons rasanter Aufstieg aus der Bahn. Der Bürgermeister der südwestfranzösischen Stadt Pau verbündete sich im Februar mit Macron und verhalf ihm damit zu besseren Umfragewerten. Seitdem werden ihm Chancen auf ein Ministeramt unter Macron nachgesagt.

Gerard Collomb: Der beliebte Senator und Bürgermeister von Lyon schloss sich als einer der ersten Sozialisten Macron an. Macron hat in Interviews nicht ausgeschlossen, dass Collomb eine zentrale Rolle in seiner Regierung spielen könnte.

Jean-Paul Delevoye: Der 70-jährige konservative Politiker war unter Jacques Chirac Minister für Regierungsreformen und wählt derzeit für Macrons Bewegung Kandidaten für die Parlamentswahl im Juni aus.

Christophe Castaner: Der sozialistische Abgeordnete vertritt Macrons Positionen regelmäßig im Fernsehen und Radio.

Benjamin Griveaux: Dem offiziellen Sprecher Macrons gelingt es Beobachtern zufolge, mit Intelligenz und politischem Instinkt in den Medien zu punkten. Der 39-Jährige hat unter anderem schon für das Gesundheitsministerium gearbeitet.