Was bedeutet das Wahlergebnis für die schottische Unabhängigkeit?

Nichts Gutes. Die Scottish National Party (SNP) hat 20 von 55 Sitzen verloren. Damit rückt ein neues Referendum in weite Ferne. Parteichefin Nicola Sturgeon spricht von einem "enttäuschenden Ergebnis" und gibt zu, dass ihr Fokus auf Unabhängigkeit dabei eine Rolle gespielt hat. Besonders schwer wiegt, dass die antisezessionistischen Tories in Schottland 13 Wahlkreise gewonnen haben - das beste Ergebnis seit 1983.

Sind andere Koalitionen möglich?

Die Wahlsiegerin May ist am Tag nach der Wahl, wie in Großbritannien üblich, zur Königin gepilgert und hat dort den Auftrag zur Bildung einer Regierung erhalten. Labour-Chef Jeremy Corbyn kann von sich aus sein Glück versuchen und eine Mehrheit bilden, die dann von der Queen abgesegnet würde. Dass das gelingt, ist unwahrscheinlich. Corbyn müsste mit Parteien wie den Liberaldemokraten, den Schottischen Nationalisten und Sinn Féin koalieren, also eine Mehrparteien-Regierung auf die Beine stellen, was einer Illusion gleichkommt.