Brüssel/London/Wien.30 Seiten umfasste die Bewerbung Österreichs um die EU-Arzneimittelagentur EMA. Die Behörde, die derzeit ihren Sitz noch in London hat, muss nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU einen neuen Standort suchen. Mitternacht ist nun die Bewerbungsfrist geendet. Österreich hat sich gemeinsam mit 22 weiteren EU-Städten um die EU-Agentur für Arzneimittel (EMA) beworben.

"Wien hat beste Infrastruktur und beste Lebensqualität für die EMA-Mitarbeiter", sagte Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner im "Ö1-Morgenjournal". Rendi-Wagner will im September nach Brüssel fahren und sich intensiv für den Standort Wien einsetzen. Sie seit zuversichtlich, dass Wien das Rennen um die EMA macht. Doch sie hält fest: "Letztlich ist es die Entscheidung der EU-Mitgliedsstaaten im EU-Außenministerrat im November."

Österreich fleißiger Antragssteller

Wie "Politico" am Montag berichtete, gehöre Österreich zu den fleißigsten Antragstellern. Insgesamt haben Vertreter der Alpenrepublik drei Mal den bisherigen EMA-Sitz in London besucht, Dänemark und Frankreich nur je zweimal.

Die Gesundheitsminister von Spanien, Frankreich, Irland, Malta, Portugal, Rumänien und Schweden waren ebenfalls einmal vor Ort. Durch den Brexit müssen die beiden derzeit in London befindlichen Agenturen - EMA und EBA (EU-Bankenaufsicht) auf das EU-Festland übersiedeln. Österreich hat sich zwar auch für die EBA beworben, doch sind die Chancen wesentlich besser, dass die EMA nach Wien kommen könnte.

Die EU-Kommission will die genaue Zahl der Bewerber am Dienstag offiziell bekanntgeben. Konkret wird eine Entscheidung über den neuen Standort sowohl für EMA als auch für EBA erst im November erwartet.

Wien hat acht Gebäude vorgeschlagen

Wie Philipp Tillich, der österreichische Gesundheitsattache in Brüssel, erklärte, habe Österreich acht Gebäude für die Unterbringung der EMA vorgeschlagen. Die Italiener wollen den 32-stöckigen Pirelli-Turm in Mailand anbieten. Barcelona wiederum wirbt mit dem "Torre Glories"-Wolkenkratzer. Griechenland möchte einen ehemaligen Gebäudekomplex einer Tabakgesellschaft zur Verfügung stellen. Andere Länder wiederum seien dabei, maßgeschneiderte Gebäude für die EMA erst zu errichten.