Zur Türkei: "Lassen Sie unsere Journalisten frei, nicht nur unsere"

Obwohl die EU zukünftig "mehr als 27 Mitgliedsländer zählen wird", schließt Juncker die EU-Mitgliedschaft der Türkei in absehbarer Zeit aus: "Die Türkei entfernt sich in Riesenschritten. Journalisten gehören in Redaktionsstuben, nicht ins Gefängnis." In Richtung türkische Regierung schickte er daher den Appell: "Lassen Sie unsere Journalisten frei, und nicht nur unsere. Hören Sie auf, unsere Regierungschefs als Faschisten und Nazis zu beschimpfen. Europa ist ein Kontinent reifer Demokratie, und wer bewusst beteiligt, verbaut sich Wege zu ihr. Von unserer Seite aus wird eine Hand ausgestreckt bleiben, für das türkische Volk und alle, die bereit sind auf Basis unserer Werte mit ihnen zusammenarbeiten."

Im Bereich wichtiger Binnenmarktfragen solle die EU schneller und effizienter entscheiden können: "Es gilt, die Europäische Union handlungsfähiger zu machen". Dazu kündigte er konkrete Vorschläger für Dezember dieses Jahres an.

Auch im Verteidigungsbereich wünscht sich Juncker bessere Zusammenarbeit, hier kündigte Juncker eine Verteidigungsunion an, die bis 2025 stehen soll.

"Die Europäische Union braucht demokratischen Sprung"

Angesichts der herannahenden EU-Wahlen sagte Juncker: "Die Europäische Union braucht demokratischen Sprung", er kritisiert, die EU-Wahlen seien bisher eher eine "Addition zu nationale Wahlen" gewesen, "doch die EU verdient besseres". Im Vorfeld der EU-Wahlen im Mai 2019 wünscht sich Juncker einen EU-Sondergipfel in Rumänien, der am 30. März 2019 in Sibiu (Hermannstadt) über die Bühne gehen soll.