Hannover. Drei Wochen nach ihrer Niederlage bei der Bundestagswahl ist die SPD am Sonntag nun wieder als Sieger vom Feld gegangen. Bei der Landtagswahl in Niedersachsen wurden die Sozialdemokraten laut ersten Hochrechnungen erstmals seit 19 Jahren wieder die stärkste Kraft. Die CDU landete in dem norddeutschen Flächenland mit sechs Millionen Wählern auf Platz zwei. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Stephan Weil kann damit weiterregieren, offen ist allerdings, in welcher Konstellation.

Für die amtierende rot-grüne Koalition dürfte es nicht mehr reichen. Damit wäre eine große Koalition unter der Führung der SPD wahrscheinlich. Neben den Grünen und der FDP schaffte auch die rechtspopulistische AfD erstmals den Einzug in den Landtag in Hannover, die Linke bleibt hingegen draußen.

Keine Koalition mit der AfD


Neben einer großen Koalition wäre rechnerisch auch ein sogenanntes Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen, da keine der etablierten Parteien eine Koalition mit der AfD eingehen will. Eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen hat die FDP bereits ausgeschlossen.

Die vorgezogene Neuwahl war notwendig geworden, nachdem die Grünen-Abgeordnete Elke Twesten im August zur CDU übergetreten war. Turnusgemäß hätten die Niedersachsen erst im Januar 2018 gewählt. Noch im Sommer war die CDU in den Umfragen bei 40 Prozent gelegen und die SPD abgeschlagen bei 32 Prozent. Der Umschwung in den Umfragen setzte ausgerechnet mit dem Parteiübertritt von Twesten ein - denn der Seitenwechsel hatte eine mobilisierende Wirkung für die SPD und die Grünen.

SPD-Chef Martin Schulz zeigte sich nach der Landtagswahl hochzufrieden: "Das ist ein großartiger Sieg." Er pries insbesondere die Aufholjagd der niedersächsischen SPD, die in den Umfragen noch vor wenigen Wochen hinter der CDU gelegen war. Die Linkspartei zeigte sich hingegen enttäuscht von ihrem Scheitern.