München. Kurz nach mehreren Messerattacken in München hat die Polizei am Samstag einen Verdächtigen festgenommen. Der Mann soll in der Früh an sechs einander nahe gelegenen Orten in der Region beim Rosenheimer Platz wahllos Menschen mit Messern angegriffen haben, acht Menschen wurden dabei verletzt, darunter auch ein zwölf Jahre alter Bub. Der Verdächtige ist dann um 11.30 Uhr in der Nähe der Ottobrunner Straße gefasst worden.

Die Personsbeschreibung habe auf den Verdächtigen gepasst, sagte ein Polizeisprecher zu Mittag. Der Mann habe zunächst versucht zu fliehen, wurde aber dennoch gefasst. Bei den Angegriffenen soll es sich um sechs Männer, ein Kind und eine Frau handeln. Die Verletzten erlitten Stiche und wurden geschlagen. Ob der Festgenommene auch wirklich der Täter sei, müsse noch geklärt werden. Über die Festnahme hatte zunächst "Bild.de" berichtet.

Täter war der Polizei bekannt

Bei dem Messerangreifer handelt es sich um einen 33 Jahre alten Mann. Wie die Polizei weiter mitteilte, ist er deutscher Staatsbürger und in München gemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass die Taten aus einer psychischen Störung heraus begangen wurden. Der Verdächtige ist wegen gefährlicher Körperverletzung polizeibekannt.

Nach den Worten von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) handelte der Angreifer aus heiterem Himmel und mit handfester Gewalt. Der Angreifer sei wahllos mit einem Messer auf Passanten losgegangen, sagte Herrmann am Samstag. Es sei Großalarm ausgelöst worden.

Zur Zahl der Verletzten - und dazu, wie schwer diese verletzt wurden - gab es zunächst unterschiedliche Informationen. Nach den Angriffen hatte die Polizei die Anrainer dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben, Menschen sollten den Tatort meiden. In München waren viele Menschen schnell alarmiert und fühlten sich an den Amoklauf vom Juli 2016 erinnert. Damals hatte ein 18-Jähriger neun Menschen erschossen.