Berlin. (reu/da) Der auch in der eigenen Partei umstrittene Landes- und Fraktionschef der rechtspopulistischen AfD im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt, Andre Poggenburg, tritt zurück. Wie Poggenburg am Donnerstag mitteilte, wird er seine Spitzenämter Ende März abgeben.

Berichten zufolge hatte ihm die Landtagsfraktion zuvor mehrheitlich das Vertrauen entzogen. Poggenburg war zuletzt wegen einer Rede zum Politischen Aschermittwoch, in der er den Verein Türkische Gemeinde in Deutschland diffamiert hatte, in die Kritik geraten. Er sprach von ihnen als "Kümmelhändlern" und "Kameltreibern", die in Deutschland "nichts zu suchen und nichts zu melden" hätten.

Der Bundesvorstand der AfD ermahnte ihn wegen der Rede. Poggenburg selbst wies erst die Kritik an seinen Äußerungen als "Stimmungsmache" zurück. Ihm gegenüber sei "ein enormer medialer Druck aufgebaut" worden, auch sei er teilweise falsch zitiert worden, hieß es am Donnerstag in einer persönlichen Erklärung Poggenburgs. Mit seinem Rücktritt von beiden Spitzenämtern wolle er "Druck" von Fraktion und Partei nehmen.

Kuscheln mit Pegida


Poggenburg, der wie der thüringische AfD-Landeschef Björn Höcke dem völkischen Flügel der Partei angehört, steht wegen seines Führungsstils und seiner politischen Ausrichtung seit längerem in der Kritik. Als der Parteikonvent der AfD vergangene Woche beschloss, dass Mitglieder der Partei künftig bei Kundgebungen des islamfeindlichen Pegida-Bündnisses auftreten dürfen, jubelte Poggenburg noch über den "Meilenstein".