Madrid/Edinburgh. Der in Deutschland inhaftierte katalanische Ex-Regierungschef Carles Puigdemont fordert einem Zeitungsbericht zufolge die Bundesregierung zur Entscheidung in seinem Fall auf. Puigdemonts deutscher Anwalt, Wolfgang Schomburg, sagte der "Süddeutschen Zeitung" die Berliner Regierung müsse "unverzüglich" erklären, dass Deutschland eine Auslieferung seines Mandanten politisch keinesfalls bewilligen werde. Eine solche politische Bewilligung des spanischen "Rechtshilfeersuchens" wäre nach den Regeln des Gesetzes über die Internationale Rechtshilfe notwendig - unabhängig von der juristischen Entscheidung des Gerichts.

Die Separatisten im Regionalparlament forderten am Mittwoch, dass Puigdemont wieder Regierungschef in Barcelona werden soll. In einer Abstimmung sprachen Abgeordnete der Parteien JxC, ERC und CUP ihm das Recht zu, wieder an die Regierungsspitze gewählt zu werden. In Schottland kämpft zudem die ehemalige katalanische Bildungsministerin Clara Ponsati gegen ihre Auslieferung an Spanien. Sie stellte sich den Behörden in Edinburgh, gegen eine Kaution wurde sie freigelassen. Am 12. April findet eine Anhörung statt.