München. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU, Bild) hat die Anordnung zur Anbringung von Kreuzen in den Behörden des Freistaats gegen Kritik verteidigt. Das Kreuz sei "in erster Linie ein religiöses Symbol", erklärte Söder in der ARD. Es gehöre "aber auch zu den Grundfesten des Staates".

Söder sagte, das Kreuz habe eine "identitätsstiftende, prägende Wirkung für unsere Gesellschaft". Er glaube nicht, dass sich Muslime, Juden oder Atheisten durch das Aufhängen des Kreuzes bedrängt fühlen würden. Es sei wichtig, "in den Zeiten in denen wir sind, ein Stück Selbstvergewisserung zu machen". Er wundere sich, dass "wir über Toleranz für andere Religionen reden und uns nicht trauen, zu unserer eigenen Religion zu stehen".

Die bayerische Landesregierung hatte am Dienstag beschlossen, dass künftig im Eingangsbereich jedes Behördengebäudes im Freistaat ein Kreuz aufgehängt werden muss. Dies sei ein "Ausdruck der geschichtlichen und kulturellen Prägung Bayerns", hieß es. Der Vorstoß wurde kontrovers diskutiert. Grüne und Linke warfen der CSU populistisches und verfassungswidriges Handeln vor. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) verwies auf die Neutralität des Staates.

Derweil legt die CSU seit Söders Amtsantritt laut Umfrage zu. Die Christsozialen kommen auf 44 Prozent, das sind 4 Prozentpunkte mehr als vor der Wahl Söders zum Ministerpräsidenten im Februar. Ziel der CSU ist die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl Mitte Oktober. Platz zwei belegt derzeit die SPD (14 Prozent) vor der AfD (12 Prozent).