In Griechenland haben Zehntausende die Arbeit niedergelegt. Sie protestieren gegen Sparmaßnahmen, die nach dem Ende des europäischen Rettungsprogramms im August in Kraft treten sollen. In Athen versammelten sich Protestierende vor dem Parlament. Der öffentliche Verkehr ist stark eingeschränkt.

Busse und Bahnen fuhren nur eingeschränkt, Flüge wurden gestrichen, und Fähren blieben in den Häfen. Die Arbeitnehmer folgten damit dem Aufruf der Gewerkschaften GSEE für Privatangestellte unde ADEDY für den öffentlichen Dienst. Um 12 Uhr Lokalzeit (11 Uhr MEZ) versammelten sich Arbeiter, Studenten und Pensionisten bei einer Kundgebung der linken Gewerkschaftskoordination PAME vor dem Parlament. Sie forderten eine Verbesserung der Lebensbedingungen anstelle der geplanten neuen Einschnitte. "Für Arbeiter, Rentner und Arbeitslose ist das Ende des Rettungsprogramms im August 2018 kein automatischer Prozess, der mehr Wohlstand bringt, sondern der Anfang neuer Existenzkämpfe", erklärte die Gewerkschaft der Hafenangestellten.

Die Griechen hatten sich vom Ende des Rettungsprogramms eine Milderung der unbeliebten Sparmaßnahmen erhofft. Seit Beginn der Schuldenkrise 2010 hat Griechenland rund 260 Milliarden Euro an Krediten erhalten. Im Gegenzug musste das Mittelmeerland teils gravierenden Einschnitten bei Sozialleistungen und Renten sowie Steuererhöhungen zustimmen, was wiederholt zu Massenprotesten führte.

Ministerpräsident Alexis Tsipras hat im vergangenen Jahr den Forderungen der EU und des Internationalen Währungsfonds nachgegeben, auch nach Ende des Rettungsprogramms auf Sparkurs zu bleiben. Ab dem Sommer will sich das Euro-Land wieder komplett über den Kapitalmarkt finanzieren.