4.Gesetzt den Fall, Italien beharrt auf seinen hohen Ausgaben, die Schuldenlast steigt weiter und der Konflikt mit der EU verschärft sich. Wird die
Krise in Italien andere Länder mitreißen?

Dass Italien einstige "EU-Sorgenkinder" wie Spanien und Portugal mit in die Tiefe reißen könnte, ist unwahrscheinlich. Das schon deshalb, weil die wirtschaftliche Situation in diesen Ländern inzwischen eine völlig andere ist als zu Zeiten der Euro-Krise. Spanien und Portugal sind mittlerweile viel besser aufgestellt, Spanien war zuletzt eines der am schnellsten wachsenden Euro-Länder, auch Portugals Konjunktur läuft rund. Sollte sich die Lage in Italien aber ganz schlecht entwickeln, dann hätte das mit Sicherheit europaweit negative Auswirkungen auf die Konjunktur. Somit wären auch Deutschland und Österreich betroffen.

5.Wie wirkt sich Italiens geglückte Regierungsbildung auf die Märkte aus?

Hier war zuletzt große Nervosität angesagt. Aus Sorge vor einer neuen Euro-Krise sind vor allem italienische Bankenaktien unter Druck geraten. Die Nachricht von der erfolgreichen Bildung einer Regierung hat an der Mailänder Börse für große Erleichterung gesorgt. Bankentitel legten ein Plus von 4,8 Prozent hin.

6.Welche Rolle spielt die EZB?

Die Europäische Zentralbank (EZB) unter Mario Draghi versucht zu verhindern, dass die Konfrontation Italiens mit der EU in eine Staatsschuldenkrise mündet. Aufgrund ihres seit März 2015 laufenden Anleihenkaufprogramms ist die EZB als Auffangnetz verankert. Optimisten gehen davon aus, dass die EZB in einer Notlage eingreifen und ein Auseinanderbrechen der Währungsunion verhindern könnte.