Den ökonomischen Aspekt streicht ebenfalls der für die Erweiterungsverhandlungen zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn hervor. In der zu Jahresanfang vorgelegten Strategie der Brüsseler Behörde nimmt Wirtschaftswachstum allerdings nicht so viel Platz ein. Und selbst die Gespräche bei den seit einigen Jahren veranstalteten Westbalkan-Konferenzen, die um die Zusammenarbeit beim Aufbau von länderübergreifender Infrastruktur kreisen, gestalten sich teilweise mühsam.

Immer wieder zeigen sich Animositäten zwischen den Nachbarn und sogar innerhalb der Staaten. Serbien erkennt die Unabhängigkeit des Kosovo nicht an. Bosnien-Herzegowina muss sich mit separatistischen Tendenzen in der Republika Srpska, einer Teilrepublik des zersplitterten Staates, herumschlagen.

Positives aus Skopje

Positive Nachrichten kamen in den vergangenen Monaten immerhin aus Mazedonien. Im Namensstreit mit Athen, das die Annäherung des Nachbarn an Nato und EU wegen einer gleichnamigen griechischen Provinz jahrelang blockiert hatte, kam es zu einer Einigung. Die Einladung zur Aufnahme von Beitrittsgesprächen mit der transatlantischen Militärallianz ist bereits erfolgt, und EU-Verhandlungen empfiehlt die EU-Kommission ebenfalls. Den neuen Namen des Landes, Nordmazedonien, muss die Bevölkerung allerdings noch in einem Referendum bestätigen. Dieses wurde für Ende September angesetzt.