Düsseldorf. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat am Donnerstag damit begonnen, Baumhäuser im von Braunkohlegegnern seit Jahren besetzten Hambacher Forst zu räumen. Aufgrund der von den Aufsichtsbehörden festgestellten Brandschutzmängel würden Baumhäuser geräumt und entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei Aachen am Donnerstag.

Entsprechende Aufforderungen seien an die Bewohner der Baumhäuser ergangen, berichteten Augenzeugen. Von den Umweltaktivisten errichtete Barrikaden würden bereits geräumt, um an die Baumhäuser zu gelangen. Die Polizei sei mit massiven Einsatzkräften sowie Räumpanzern und Wasserwerfern vor Ort.

Am Montag war ein Treffen zwischen Umweltverbänden und dem Energiekonzern RWE ohne eine Einigung verlaufen. RWE will den Wald ab Mitte Oktober roden, um die Stromerzeugung in den benachbarten Braunkohlekraftwerken weiterzubetreiben. Der Wald ist zum Symbol der Auseinandersetzung um die weitere Kohleverstromung geworden, die Umweltschützer wegen des hohen Ausstoßes an klimaschädlichen Kohlendioxid seit Jahren bekämpfen. Bei Polizeieinsätzen im Hambacher Wald war es in der Vergangenheit auch immer wieder zu Gewalt gekommen.

Rodungspläne

Greenpeace, Deutscher Naturschutz Ring (DNR) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hatten von RWE-Vorstandschef Rolf Martin Schmitz gefordert, die Rodungen auszusetzen, bis die derzeit in Berlin tagende Kohlekommission ihre Arbeit abgeschlossen hat. Sie soll einen verbindlichen Zeitplan für das Ende der Kohleverstromung festlegen. RWE hatte dabei nach ihren Angaben vor, erst ab dem letzten geplanten Sitzungstag der Kohlekommission am 15. Dezember mit den Fäll-Arbeiten zu beginnen. Jedoch hätten die Verbände die Rodung des Waldes unmittelbar und öffentlich akzeptieren sollen. RWE hatte nach eigenen Angaben in eine erneute Prüfung angeboten, ob ein Rodungsbeginn auf Mitte Dezember 2018 verlegt werden könnte. Dies sei der theoretisch spätestmögliche Termin. Nun will der Konzern aber ab Mitte Oktober mit den Rodungen beginnen.