Wien. Menschenhandel mit dem Ziel der sexuellen Ausbeutung ist und bleibt ein Geschlechterproblem. Das ging aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des European Institute for Gender Equality (EIGE) hervor, wonach 95 Prozent der registrierten Opfer dieser Kriminalitätsform weiblich sind. Menschenhandel für sexuelle Ausbeutung habe demnach seine Wurzeln in Geschlechter-Ungleichheiten.

In der EU ist die sexuelle Ausbeutung ihrer Opfer am häufigsten das Ziel von Menschenhändlern. Das EIGE machte aber darauf aufmerksam, dass die Ursachen dafür schon viel früher - nämlich in struktureller Gewalt gegen Frauen und Ungleichbehandlung - zu finden sind. Armut, Ungleichheit der Geschlechter, Gewalt gegen Frauen, ethnische Diskriminierung, gesellschaftliche Marginalisierung und illegale Migration würden Frauen und Mädchen verwundbarer für Menschenhändler machen. Diese Ursachen gelte es genauso zu bekämpfen, wie es sicherzustellen sei, dass die Täter vor Gericht kommen.

Opfer stammen aus EU-Staaten

Das Institut wies auch darauf hin, dass ein großer Teil der Opfer selbst aus EU-Staaten kommt. Es gelte, die EU-Staaten in ihren Bemühungen zu unterstützen, dieses Kriminalitätsfeld unter dem Gesichtspunkt der Geschlechtergleichheit zu bekämpfen, stellte das Institut fest.

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