Es ist daher kaum vorstellbar, dass sich Merkel tatsächlich noch drei Jahre im Kanzleramt hält. Mit wem auch immer sie in der Zwischenzeit die Führung von Staat und Partei teilen muss, die beiden sollten konstruktiv zusammenarbeiten können. Vielleicht kommt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit 76 Jahren zu einem zweiten Intermezzo als CDU-Vorsitzender.

Die SPD steht derweil staunend am Seitenrand der Koalition. Sie hat ihren angekündigten Beschluss über Gespräche mit der Union, wie Schwarz-Rot aus der Krise kommt, auf kommende Woche verschoben. Der Oppositionsfetisch der Parteilinken ist noch immer ungebrochen. Von ihr droht weiter Unruhe. Doch gibt Parteichefin Andrea Nahles nach, wird die Partei bei Neuwahlen abgestraft werden. Die Vorsitzende schließt derzeit eine personelle Neuaufstellung bei der SPD aus. Derweil arbeiten Teile der Partei an der Demontage von Nahles und ihrem Vize, Finanzminister Olaf Scholz. Merkel könnte also bald in Gesellschaft sein.