Wien. In den laufenden Kollektivvertragsverhandlungen haben die Gewerkschaften 130.000 Mitarbeiter der Metallindustrie zu Warnstreiks aufgerufen. In den Betrieben wird es deshalb ab Montagmittag für einige Stunden österreichweit zu Arbeitsniederlegungen kommen.

Nach dem Platzen der Kollektivvertragsverhandlungen vergangene Woche führt die Gewerkschaft ab Montag Warnstreiks in der Metallindustrie durch, um ihren Lohnforderungen Nachdruck zu verleihen. Die Arbeitgeber sprechen von vorgeplanten, politisch motivierten Aktionen. Wo genau gestreikt wird, ist bisher nur teilweise bekannt. Firmen wie Andritz, Magna, Miba, Bosch oder Teile der voestalpine könnten betroffen sein.

Vergangene Woche waren die KV-Verhandlungen nach fünf Runden unterbrochen worden. Die Gewerkschaften fordern, dass die Gehälter und Löhne heuer um fünf Prozent angehoben werden. Die Arbeitgeber bieten 2,7 Prozent an. Wann die Verhandlungen wieder aufgenommen werden, ist offen.

Beamten-Gehaltsverhandlungen gehen in die zweite Runde

Unterdessen gehen die Beamten-Gehaltsverhandlungen am Montagnachmittag in die zweite Runde. Während die Metaller schon Warnstreiks abhalten, ist die Stimmung im öffentlichen Dienst noch ausgesprochen positiv. Ob die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (GÖD) schon eine konkrete, in Zahlen gegossene Forderung auf den Tisch legt, hängt vom Verhandlungsverlauf ab, hieß es im Vorfeld gegenüber der APA.

In der ersten Runde vor drei Wochen hatten GÖD-Vorsitzender Norbert Schnedl und der für die Beamten zuständige Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) die Inflationsrate von 2,02 Prozent und ein Wirtschaftswachstum von 3,0 Prozent als Basis für die Verhandlungen außer Streit gestellt.

WIFO: Geben keine Empfehlung ab

Bei den Verhandlungen zum Metaller-Kollektivvertrag will die Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) nicht  hineingezogen werden. "Das WIFO gibt keine Empfehlungen zu den laufenden Lohnverhandlungen ab und kann in diesem Zusammenhang auch nicht die Frage nach einem 'gerechten' Abschluss beantworten", betonte WIFO-Lohnexperte Thomas Leoni am Sonntag schriftlich gegenüber der APA.

Der Fachverband der Metalltechnischen Industrie hatte zuvor der APA schriftlich eine Aussendung übermittelt, worin es heißt: "Arbeitgeber sehen sich bestätigt: WIFO-Experte beurteilt Lohnangebot von 2,7 % als 'gerecht'". Fachverbandsobmann Christian Knill nahm Bezug auf Aussagen von Leoni in der "Wiener Zeitung" (Wochenendausgabe) und erklärte dazu: "Das bestätigt ganz klar: unser Angebot ist seriös und gerecht."

Leoni hielt dazu gegenüber der APA fest, dass sich sein Hinweis "auf Inflation und Produktivitätsfortschritt als Gradmesser des Lohnwachstums auf den mittelfristigen Zeitraum und auf die Wirtschaft insgesamt bezog".