Zwar bestreitet auch der Innenminister, dass er seinem Generalsekretär den mündlichen Auftrag erteilt habe, "im BMI aufzuräumen", da dieses "so korrupt sei wie noch nie". Auch Peter Goldgruber hatte das in Abrede gestellt. Die Äußerungen finden sich aber genau so im staatsanwaltlichen Tagebuch der WKStA-Ermittlerin Ursula Schmudermayer.

Kickl: Die Medien sind schuld

Ob er, Kickl, der Staatsanwältin Schmudermayer unterstelle, wissentlich falsche Aktenvermerke anzulegen? "Ich kann hier nur sagen, was ich meinem Generalsekretär gesagt habe", so Kickl. Schmudermayer wird a Donnerstag zum dritten Mal vom U-Ausschuss befragt werden.

In der Frage, inwiefern die Razzia im BVT die Zusammenarbeit mit internationalen Partnerdiensten gefährdet hatte und gar eine Suspendierung von der internationalen Berner Gruppe im Raum stand, gibt Kickl der medialen Berichterstattung die Schuld: "Völlig überzogen" sei diese gewesen, da ja auch von "Erstürmung" die Rede gewesen sei. Eine entsprechende Anfragebeantwortung Kickls im Parlament bezüglich einer "Schadensanalyse" für die Partnerdienste steht im Widerspruch zu dem, was Kickl am Dienstag aussagte. Er selber kümmere sich nur um parlamentarische Anfragen, wenn es seinen "unmittelbaren Wirkungsbereich" betreffe. Ansonsten seien es die jeweils mit der Materie befassten Mitarbeiter, die die Anfragen beantworten würden. Kickl wird von der Vorsitzenden Doris Bures belehrt, dass er als langjähriger Abgeordneter wissen müsse, dass der Minister die Verantwortung für den Inhalt der Anfragebeantwortung trage – auch, wenn selbstverständlich der Beamtenapparat die Antworten auf Anfragen ausarbeite.

Wann er denn seine falschen Aussagen vor dem Parlament richtig stellen würde, fragt Jan Krainer von der SPÖ. "ich werde mich mit der Geschäftsordnung des Parlaments befassen", erwidert Kickl lapidar

Widersprüche gibt es auch bei der Frage, über welche Schritte im Vorfeld der Razzia Kickl informiert worden ist – Stichwort "Zeugenvermittlung" durch Goldgruber und Udo Lett, Kabinettsmitarbeiter des Innenministers. Ob ihm bekannt sei, dass Lett auch Festnahmen und Telefonüberwachungen angeregt habe, bei der WKStA? "Ich hab ja keine Möglichkeit bei meinen Sektionschefs permanent hinterherzurennen und permanent nachzufragen, ob das, was jemand tut, auch von mir zu verantworten ist. Ist ja völlig realitätsfremd", sagt Kickl.

Das sei realitätsfremd – eine Argumentation, den Kick in der Folge immer wieder bringt. Im Widerspruch zu seinem Generalsekretär, der vor dem Ausschuss aussagte, er habe im Vorfeld der Entscheidung zur Hausdurchsuchung den Minister "über alle wesentlichen Schritte" informiert.