Wien. Der Fall lässt die Emotionen hochgehen: Ein 17-jähriger Afghane soll im oberösterreichischen Steyr seine 16-jährige Freundin erstochen haben. Mutmaßlich mit einem Messer, das danach in der Wohnung des Opfers gefunden wird. Am Dienstag, einen Tag nach der Tat, stellt sich der Afghane in Wien der Polizei.

Der Mord - es gilt die Unschuldsvermutung - wird vor allem die Diskussion um ausländische Tätergruppen weiter befeuern. Die Zahlen belegen eine beachtliche Entwicklung: Immer häufiger sind Messer die Tatwaffen bei Gewaltverbrechen. In den vergangenen zehn Jahren haben sich die Zahlen hier fast vervierfacht, zeigen Statistiken des Innenministeriums (BMI). Fast ein Drittel der Tatverdächtigen in diesem Zeitraum sollen demnach Asylwerber oder Drittstaatsangehörige sein. Dass das FPÖ-geführte Ministerium mit einer offensiveren Kommunikationsstrategie über die Herkunft der Täter auch ein politisches Ziel verfolgen dürfte, zeigte erst kürzlich ein - unabsichtlich - an die Öffentlichkeit gelangtes, internes Mail aus dem BMI an die Landespolizeidirektionen. "Künftig darf ich darum ersuchen, die Staatsbürgerschaft eines mutmaßlichen Täters in euren Aussendungen zu benennen (...) Außerdem gegebenenfalls bei einem Fremden dessen Aufenthaltsstatus bzw. ob es sich um einen Asylwerber handelt", war dort zu lesen.

Erleichterungen für Österreicher und EU-Bürger

Dementsprechend reagiert nun die Regierung. Am Dienstag passierte eine Waffenrechtsnovelle den Nationalrat, die auf besagte Tätergruppen abzielt. Asylwerber und Nicht-EU-Bürger dürfen künftig nicht nur keine Schusswaffen, sondern auch keine Messer und Hiebwaffen mit sich führen.

Ganz anders bei Österreichern und EU-Bürgern. Für sie gilt bezüglich Messer eine der liberalsten Regelungen in ganz Europa. Wer über 18 und unbescholten ist, darf prinzipiell Springmesser, Butterfly-Messer und sogar Armeemesser mit sich führen. Und immer häufiger werden diese auch eingesetzt - auch von Nicht-Asylwerbern. Gleich zweimal verhinderte die Linzer Polizei in den vergangenen Wochen Massenschlägereien von dutzenden Jugendlichen unterschiedlichster Nationalitäten, dabei wurden auch Messer sichergestellt.

Während für bestimmte Personengruppen nun Messer illegalisiert werden, können sich andere über eine beachtliche Liberalisierung freuen. Neben Polizisten dürfen künftig auch Justizwachebeamte und Militärpolizisten Pistolen oder Revolver in ihrer Freizeit tragen. Jäger, auch nicht-professionelle, dürfen bei der Jagd eine Faustfeuerwaffe mitführen.