Wien. Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser musste sich am Mittwoch den Fragen im Eurofighter-Untersuchungsausschuss stellen. Der 71. Verhandlungstag im Grasser-Telekom-Prozess ist dagegen wegen der Erkrankung eines Schöffen ausgefallen. Allerdings hat Grasser dort jetzt ohnehin Pause, weil es um die Telekom-Zahlungen über die Valora an diverse Politiker geht.

Im Eurofighter-U-Ausschuss betonte Grasser gestern, dass er keine Akten aus dem Finanzministerium mitgenommen habe. Bei den Unterlagen, die er im Buwog-Prozess angesprochen hatte, handle es sich um seine eigene Vorbereitung für die Befragungen im Eurofighter-U-Ausschuss 2006 und 2007.

Vehement hat der Ex-Minister dann bestritten, dass er sich bereits im Jänner 2002 für den Kauf des teuren Eurofighters ausgesprochen habe. Für die Typenentscheidung sei nicht das Finanz-, sondern das Verteidigungsministerium verantwortlich gewesen. Er habe wegen der hohen Kosten bis zuletzt gegen die Jet-Beschaffung gekämpft.

Die SPÖ zeigt bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses an. Es geht um jenes angebliche Treffen im Jänner 2002, bei dem Grasser mit Jörg Haider und dem damaligen FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky mit Vertretern von EADS/Airbus zusammengetroffen sein soll. Grasser soll dabei "100 Prozent Unterstützung" für das Eurofighter-Angebot geäußert haben, aber auch inoffizielle budgetäre Bedeckung bei der Ausschreibung der Abfangjäger gegeben haben. Genau darauf zielt die Anzeige ab. Für Grasser ist diese nicht nachvollziehbar.