Mehr Aufgaben, mehr Ausgaben


Im heurigen Jahr hätte die Ärztekammer weniger für externes Marketing ausgegeben, sagt Szekeres. Wie viel weniger, kann er allerdings nicht beziffern. "Ich habe die Zahlen nicht bei mir."

Auch gesamt betrachtet nahm die Ärztekammer mehr Geld in die Hand. Die Gesamtausgaben stiegen zehnmal so stark wie die Inflation, die bei vier Prozent liegt, sie schnellten von rund 11,2 Millionen Euro auf 15,3 Millionen Euro in die Höhe. Wesentlich für den Anstieg ist der Verwaltungsposten, der sich im selben Zeitraum auf rund 5,5 Millionen Euro nahezu verdoppelte. Auch mehr Personal wurde angestellt (51 Mitarbeiter 2014/71 Mitarbeiter 2017).

Szekeres erklärt das damit, dass die Ärztekammer in den vergangenen Jahren weitere Aufgaben übernommen habe und deshalb mehr Personal brauche. Er nennt als Beispiel die Bewilligung von Ausbildungsstellen, die neue Facharztprüfung, die organisiert und geprüft werden müsse oder die Durchführung von Disziplinarverfahren, die zugenommen hätten, seit sich Ärzte verpflichtend fortbilden müssen. Auch die Ärzteliste müsse strenger kontrolliert werden, da mehr ausländische Ärzte nach Österreich kommen würden. Konkret werde demnach beispielsweise überprüft, ob die Kollegen überhaupt ein Studium absolviert haben und Deutsch auf Maturaniveau können, um sich mit den Patienten verständigen zu können. "Wenn es die Kammer nicht gäbe, muss das alles das Ministerium machen und die Allgemeinheit zahlen, sofern man es will", sagt Szekeres. "Das wird aber nicht billiger, sondern eher teurer."

Die letzten Sonderpensionen


Die Neos kritisieren an den vorliegenden Zahlen auch das Durchschnittsgehalt der Kammer-Funktionäre, das sich in den vergangenen Jahren im Durchschnitt bei knapp 5000 Euro brutto 14-mal im Jahr einpendelte und zuletzt auf knapp 4100 Euro brutto gesunken ist, aber auch nur, weil Mitarbeiter für weniger Geld eingestellt wurden, so die pinke Analyse. "Die Älteren oder die, die schon länger da sind, verdienen mehr, die jüngere Generation steigt mit niedrigeren Gehältern ein, damit lässt sich der Rückgang mitunter erklären", sagt Szekeres. "Und wir haben mehr Teilbeschäftigte." Gemeinsam mit der Unternehmensberatung Price Waterhouse Cooper seien "Gehaltsbänder" erstellt worden, damit die Kammermitarbeiter - mitunter auch Juristen, Buchhalter und Pressemitarbeiter - in etwa so viel verdienen wie in ähnlichen Branchen üblich. Das müsse nicht zwingend bedeuten, dass die Gehälter niedriger wurden, so der Präsident. "Ich glaube aber auch nicht, dass wir überbezahlen." Die meisten seien Akademiker und auf ihrem Gebiet hoch spezialisiert. Durchschnittlich 4000 Euro brutto seien "nicht zu viel".

Was es in der Ärztekammer auch noch gibt, sind sieben Sonderpensionsbezieher, von denen sechs mehr verdienen als die ASVG-Höchstpension, demnach durchschnittlich 4400 Euro brutto 14 mal im Jahr. "Sonderpensionen gibt es bei uns seit Jahren nicht mehr", sagt Szekeres. Aber es würden noch Funktionäre leben, die sie bekommen. "Das wird aber immer weniger".