Verständnis bei Genossen in Wien und im Burgenland

Rendi-Wagner schaffte das nicht. Sie steht zwar für Vermögens- und Erbschaftssteuern. Aber der Nachsatz, dass es aufgrund des Wachstums momentan Zeit für Entlastung und nicht für neue Steuern sei, sorgte bei der Gewerkschaft für Irritationen. Auch das geschah ohne Not. Damit brachte sie einige der roten Landeschefs gegen sich auf. Diese seien weiter für eine Vermögenssteuer. Diese Frage sei "immer aktuell", sagte Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser in der "Kronen Zeitung". Der steirische Landeschef Michael Schickhofer stimmte zu. Wahrscheinlich wurden die beiden nur gefragt, wie sie zu Vermögenssteuern an sich und weniger wie sie zur Position ihrer Parteichefin stehen. Aber Rendi-Wagner hat einmal mehr Erklärungsbedarf.

Die Landesparteien aus Wien und dem Burgenland, die in der Vergangenheit nur zu gerne ihren Bundesgenossen das Leben schwer gemacht haben, bleiben in dieser Frage ungewöhnlich still. Um einen neuerlichen Parteistreit medial nicht wie ihre andere Landesgenossen zu befeuern, heißt es dort. Gleichzeitig verstehen die Wiener Genossen das Dilemma, in dem sich Rendi-Wagner befindet. Man könne nachvollziehen, dass sie kein starkes Interesse daran habe, sich als Steuererhöhungspartei hinstellen zu lassen, während die Regierung die Steuern senken möchte. Das sei die Auslegung, die ÖVP und FPÖ gemeinsam mit dem Boulevard unter die Leute bringen wollten.