Visitator Lackner kann das Ende noch nicht abschätzen. - © apa/B. Gindl
Visitator Lackner kann das Ende noch nicht abschätzen. - © apa/B. Gindl

Klagenfurt/Wien. (pech) Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner hat am Montag mit der Visitation der Diözese Gurk-Klagenfurt begonnen. Zur Unterstützung hat sich Lackner den Bischof von Feldkirch, Benno Elbs, geholt. Dazu kommen der Caritas-Direktor von Graz-Seckau, Herbert Beiglböck, und Christian Lagger, Geschäftsführer des Elisabethinenspitals in Graz, beide für den Bereich Wirtschaft. Den Fachbereich Kirchenrecht deckt Universitätsprofessor Helmuth Pree ab, als Notarin der Visitation fungiert Elisabeth Kandler-Mayr, sie ist Ordinariatskanzlerin der Erzdiözese Salzburg.

Der Prüfauftrag laute, den Zustand der Diözese Gurk-Klagenfurt in Bezug auf die katholische Lehre und Leitung in Augenschein zu nehmen und "die tieferliegenden Gründe, die zur gegenwärtigen Verwirrung führten, zu erforschen und dem Heiligen Stuhl zu berichten", erklärte Lackner. In Abstimmung mit der Bischofskongregation in Rom sei der Prüfungszeitraum ab 2008 festgelegt worden.

Probleme mit dem Zölibat

Gegen Bischof Alois Schwarz, der bis Mitte 2018 die Diözese Gurk-Klagenfurt führte und seit Juli 2018 die Diözese St. Pölten leitet, wurden von der derzeitigen Führung der Diözese schwere Vorwürfe erhoben. Diese reichen von Problemen mit dem Zölibat über ein Abhängigkeitsverhältnis zu seiner Vertrauten Andrea Enzinger bis hin zu Misswirtschaft im Bistum - 2017 wurde ein Verlust von 1,9 Millionen Euro gemacht - und Verletzungen des Kirchenrechts.

Generalvikar Engelbert Guggenberger wurde vom Domkapitel Anfang Juli 2018 zum Diözesanadministrator gewählt und hat seither zahlreiche Entscheidungen von Schwarz bereits rückgängig gemacht - zum Beispiel überhöhte Gehälter. Er soll laut Lackner im Amt bleiben.

Die Probleme in der Diözese Gurk-Klagenfurt sind nicht neu. Bereits 2008 hat der damalige Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser die Beschwerden über Schwarz und den Einfluss dessen Vertrauter Andrea Enzinger überprüft. In seinem Bericht schrieb Kothgasser: "Die Unklarheit und Unsicherheit, wer letztlich die Entscheidungen (vor allem in Personalfragen) in der Leitung der Diözese fällt und welches die Vertrauten, die Berater und Beraterinnen des Bischofs im Hintergrund sind (Graue Eminenzen), schafft Unklarheiten und Unsicherheiten, vor allem bei den Mitverantwortlichen (Konsistorium, Priesterrat, Ordinariat)."

Generalvikar Guggenberger machte jedenfalls zu Beginn der Visitation deutlich, dass an der Transparenz im Bistum festgehalten werde. "Sollte versucht werden, die Visitation dazu zu missbrauchen, Dinge unter den Teppich zu kehren und die Fakten zu verschleiern, werden wir dies sicherlich nicht zulassen."