Eingeführt wurden diese regelmäßigen Visitationen im Zuge des Konzils von Trient (1545 bis 1563). "Das war damals eines der wesentlichen Werkzeuge, um die damalige Kirchenreform voranzutreiben", so Prüller.

Neben Visitationen seitens des Bischofs oder eben auch des Vatikans gibt es umgekehrt auch sogenannte Ad-limina-Besuche. In diesem Fall reisen die Bischöfe alle fünf Jahre zum routinemäßigen Rapport beim Papst. Der Name kommt vom lateinischen "visitatio ad limina apostolorum": Die Bischöfe besuchen die Gräber der Apostel in Rom - und bei dieser Gelegenheit auch den Heiligen Stuhl. "Diese Tradition gab es schon in der Urkirche", sagt Prüller. Der jüngste Ad-limina-Besuch der österreichischen Bischöfe fand 2014 statt, insofern wäre der nächste heuer fällig. Allerdings lag damals der vorangegangene Ad-limina-Besuch neun Jahre zurück. Insofern könnte es also doch noch eine Weile dauern.