Eine große Lawine hat Dienstagfrüh den nördlichen Ortsrand von Ramsau am Dachstein erreicht. - © apa/bfvLiezen/KHD52 S5
Eine große Lawine hat Dienstagfrüh den nördlichen Ortsrand von Ramsau am Dachstein erreicht. - © apa/bfvLiezen/KHD52 S5

Gosau/Wien. Um 11 Uhr Vormittag hat es zu schneien aufgehört. Damit sind in Gosau im oberösterreichischen Salzkammergut aber die Probleme durch die Schneemassen längst nicht gelöst. Der starke Wind verhindert am Dienstag zunächst, dass mit einem Hubschrauber die Lawinensituation erkundet werden kann, beklagt Bürgermeister Friedrich Posch (SPÖ).

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind nach einer Mittagspause wieder ausgerückt, um Dächer von der schweren weißen Last freizuschaufeln. 157 Objekte stehen in der Gemeinde am Fuße des Dachsteins am Dienstag auf einer Liste. So viele Besitzer haben, wie der "Wiener Zeitung" erzählt wird, um Hilfe der Feuerwehr beim Schaufeln gebeten.

Seit 4. Jänner standen 40.000 Feuerwehrleute im Einsatz

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Auf der steirischen Seite des Dachsteins ist eine Lawine bis in zwei Hotels am Ortsrand gekommen. In der Steiermark stehen wie in Oberösterreich und in anderen Bundesländern Männer der freiwilligen Feuerwehren seit Tagen im Dauereinsatz.

40.000 Feuerwehrleute haben bundesweit seit Beginn der starken Schneefälle am 4. Jänner bis Dienstag mitgeholfen, bilanziert Andreas Rieger, der Pressesprecher des Bundesfeuerwehrverbandes. 340.000 Mitglieder zählen die Freiwilligen Feuerwehren in Österreich, davon 256.000 aktive. Es sind 40.000 Mann, die bei ihren hauptberuflichen Tätigkeiten gefehlt haben. Inzwischen wird bei jedem größeren Katastrophenfall in Österreich diskutiert, wie Auswirkungen im Beruf möglichst abgefedert werden können.

Die 60 Gäste des Hotels "Kirchenwirt" und des Apartmenthauses Sonne blieben unverletzt. - © apa/bfv Liezen/KHD52 S5
Die 60 Gäste des Hotels "Kirchenwirt" und des Apartmenthauses Sonne blieben unverletzt. - © apa/bfv Liezen/KHD52 S5

SPÖ: Fünf Tage Sonderurlaub, Geld aus Katastrophenfonds

SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat jetzt mehr Unterstützung für freiwillige Helfer gefordert. Allen, die sich Urlaub nehmen, um bei der Bewältigung der Schneemassen mitzumachen, soll ihr Verdienstentgang zur Gänze direkt aus dem Katastrophenfonds ersetzt werden, schlug sie via Austria Presse Agentur vor.

Derzeit haben Arbeitnehmer, die beispielsweise wegen gesperrter Straßen nicht zur Arbeit kommen können, Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Gleichzeitig bestehe für einen Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr, der dafür sorge, dass die Straßen wieder passierbar werden, hingegen darauf kein Anspruch. "Diese Ungerechtigkeit muss dringend beseitigt werden", sagte Rendi-Wagner. Außerdem bekräftigte sie eine frühere Forderung der SPÖ nach fünf Tagen Sonderurlaub für freiwillige Helfer.