Wien. (ett) Während die ÖVP-FPÖ-Bundesregierung ebenso wie die Wirtschaft kein Interesse hat, dass der Karfreitag ab heuer für alle Beschäftigten zu einem weiteren Ruhetag und damit zum 14. Feiertag in Österreich wird, drängen ÖVP-nahe Arbeitnehmervertreter darauf. "Es spricht nichts dagegen, wenn ein zusätzlicher Feiertag kommt", sagte der Wiener Spitzenkandidat der Christgewerkschafter (ÖAAB/FCG), Fritz Pöltl, für die Wiener Arbeiterkammerwahl ab 20. März. Auch der Chef der ÖVP-dominerten Beamtengewerkschaft, Norbert Schnedl, tritt für den Karfreitag als Feiertag für alle ein.

Auslöser der Diskussion ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs, wonach der Karfreitag nicht nur für evangelische Arbeitnehmer ein bezahlter Feiertag sein dürfe, weil das gleichheitswidrig sei. Ein Feiertag für alle sei eine Variante der Gleichbehandlung, "die wir uns vorstellen können", sagte Schnedl, der auch Bundesobmann der Christgewerkschafter ist, im ORF-Radio.

ÖAAB-Chef legt sich nicht fest

Hingegen wagte sich der Bundesobmann des ÖVP-Arbeitnehmerbundes (ÖAAB), August Wöginger, der zugleich ÖVP-Klubchef im Parlament ist, nicht aus der Deckung. "Es wird geprüft", wurde der "Wiener Zeitung" auf Anfrage im ÖVP-Klub erklärt. Wöginger ist damit auf einer Linie mit der Bundesregierung, die Lösungen prüfen will, aber wegen der zusätzlichen Kosten für die Wirtschaft gegen einen bezahlten weiteren Feiertag ist. Pöltl ist gegen die vom evangelischen Bischof Michael Bünker und von der katholischen Bischofskonferenz ins Spiel gebrachte Regelung, es solle einen Feiertag ohne Zuschläge für Beschäftigte geben. Das sei "nicht akzeptabel", stellte Pöltl klar, der Donnerstagabend mit ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer den Auftakt zum Wiener AK-Wahlkampf bestritt.