Wien. (ett/red) Nach der Konfrontation um die Gehälter bei Metallern, Eisenbahnern und im Handel, wo es im Spätherbst 2018 jeweils Warnstreiks und Demonstrationen gegeben hat, kommt es nun in der privaten Sozialwirtschaft zur Kraftprobe um die Gehaltserhöhung. Es geht um die Löhne von rund 100.000 Beschäftigten. Vor der dritten Verhandlungsrunde heute, Mittwoch, gingen Gewerkschaftsvertreter der Privatangestellten und Vida und Betriebsräte der Sozialberufe in Wien auf die Straße, Aktionen gab es auch in Graz und Linz.

In Wien marschierten am späten Dienstagnachmittag nach Angaben der Gewerkschaft mehr als 3000 Teilnehmer des Aktionstages in einem Sternmarsch auf den Platz hinter das Wiener Rathaus. "Soziale Arbeit ist mehr wert" und "35 Stunden sind genug", war auf Transparenten zu lesen. Damit machte man neben einer kräftigen Gehaltserhöhung auf weitere Forderungen aufmerksam.

Die Arbeitgeberseite hofft auf einen raschen Abschluss in der dritten Runde. Trotz der weit auseinanderliegenden Positionen seien die bisherigen Gespräche konstruktiv verlaufen, hieß es. Die Arbeitnehmerseite fordere mehr als sechs Prozent Gehaltserhöhung, die Arbeitgeber böten 2,37 Prozent. "Zusammen mit den Forderungen nach einer 35-Stunden-Woche und sechs Wochen Urlaub für alle sowie weiteren Punkten summieren sich die Wünsche der Gewerkschaften auf über 25 Prozent Mehrkosten, das wäre in keiner Branche auch nur annähernd leistbar", meinte Verhandlungsführer Walter Marschitz.