Wien. (apa/temp) In Österreich wird jetzt Rechtsabbiegen bei Rot ein Jahr lang getestet. Die dafür nötige Novelle der Straßenverkehrsordnung wurde am Mittwoch mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und Neos im Nationalrat beschlossen. SPÖ und Liste Jetzt sind dagegen, weil sie mehr Unfälle befürchten. Vor allem Kinder und sehbehinderte Menschen würden gefährdet, warnte Ex-Verkehrsminister Alois Stöger (SPÖ).

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) versicherte, dass man das Projekt, das zu einer Verringerung der Abgase durch stehende Autos führen soll, gewissenhaft vorbereitet habe. Es gebe viele Länder, wo Abbiegen bei Rot gut funktionieren - etwa die USA, Kanada oder Australien - und das werde auch in Österreich der Fall sein.

Drei Kreuzungen in Linz

Der einjährige Pilotversuch soll an drei Kreuzungen in Linz stattfinden. Auto-, Moped-, Motorrad- und Radfahrern wird hier das Rechtsabbiegen bei roter Ampel erlaubt sein, verboten bleibt es allerdings für Lastautos und Busse. In der Praxis wird an den drei Kreuzungen die grüne Zusatzampel für Abbieger durch eine Tafel mit einem grünen Pfeil ersetzt. Die Technische Universität Wien wird den Pilotversuch wissenschaftlich begleiten. Die Kosten belaufen sich laut Verkehrsressort auf 99.750 Euro.

Die Autoclubs ÖAMTC und Arbö begrüßen das Vorhaben, vor allem, dass dies im Rahmen eines Verkehrsversuches getestet wird. Es gäbe allerdings genügend andere Möglichkeiten, den Verkehr flüssiger zu gestalten, hieß es. Kritisch sieht der ÖAMTC auch den Umstand, dass bei Fehlern die Unfallgefahr allgemein und hinsichtlich jener Straßenbenützer, die Grün haben, steigen könne.

In der am Mittwoch beschlossenen Novelle sind noch einige andere Punkte enthalten. So etwa, dass bei der Verwendung von fahrzeugähnlichem Kinderspielzeug (ohne elektrischen Antrieb) auf Gehsteigen künftig für Kinder über acht Jahren die Beaufsichtigungspflicht durch eine mindestens 16-jährige Person entfällt.