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Linz. (ett) Es ist so gut wie fix, auch wenn der formale Beschluss noch aussteht. Der frühere Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner wird neuer Chef des Aufsichtsrates der Oberösterreichischen Versicherung. Vonseiten des Instituts wurde der "Wiener Zeitung" am Freitag auf Anfrage bestätigt: "Er ist auf dem Wahlvorschlag."

Der mittlerweile 63-jährige Mitterlehner, der im Mai 2017 von seinen Funktionen in der SPÖ-ÖVP-Bundesregierung und als ÖVP-Bundesobmann zurückgetreten ist und damit den Weg für Sebastian Kurz freigemacht hat, ist bereits seit Ende 2017 Mitglied des Aufsichtsrates des Versicherungsinstituts. Dieses wirbt übrigens mit dem Slogan "Keine Sorgen". Die Neubesetzung soll bei der Sitzung des Aufsichtsrates offiziell heuer im Juni erfolgen. Mitterlehner löst an der Spitze des Aufsichtsrates Leo Windtner ab, der seit rund 15 Jahren im Amt war.

Mitterlehner hat zuletzt bundesweit mit der Unterstützung des Projekts von Oberösterreichs Landesrat Rudi Anschober (Grüne), Asylwerber in einer Lehre nicht aus Österreich abzuschieben, für Aufmerksamkeit gesorgt. Der Grund dafür ist, dass speziell Oberösterreich dringend Fachkräfte sucht. Er stellte sich damit gegen die Linie der türkis-blauen Bundesregierung und seines Nachfolgers Kurz.

Mit Interesse wird jetzt ein Buch Mitterlehners erwartet, in dem er auch die politische Vergangenheit beleuchtet. Ein anderer ehemaliger ÖVP-Obmann, der Niederösterreicher Josef Pröll, hat im "trend" kritisiert, dass Mitterlehner seine "persönlichen Enttäuschungen" in einem Buch verarbeiten und niederschreiben wolle. Zugleich hat Josef Pröll Nachfolger Kurz gelobt.