Dass man die Klimaziele, die man festgelegt hat, auch einhält und keine Möglichkeiten schafft, sich mit Geld da rauszukaufen. Durch Strafen für Emissionshandel und Klimasünder wird unsere Zukunft nicht besser. Die verbaut man damit. Außerdem ist es wichtig, schärfere Ziele festzulegen, und ganz wichtig ist es, auf die Expertenmeinungen zu hören!

Was ist für Sie die schlimmste Folge des Klimawandels?

Ganz eindeutig, dass Lebensräume verschwinden und dass wir allein dafür verantwortlich sind. Wir zerstören unseren Lebensraum, wir lassen Tierarten aussterben, wir denken einfach nicht weiter. Es ist vollkommen absurd, dass wir als eine Spezies in unserem Konsumwahn einen ganzen Planeten verbrauchen.

Dennoch sagen einige, dass es sie nicht betrifft, weil sie zum Beispiel nicht an der Küste leben oder es den Klimawandel gar nicht gibt.

Es wird viele Klimaflüchtlinge geben, auch wenn manche Politiker behaupten, es gäbe keine Klimaflüchtlinge. Natürlich gibt es sie, und der Lebensraum wird enger. Wir sind doch alle Menschen, und wir sitzen alle im selben Boot.

Welche Rolle spielt es, dass es eine Schülerin war, die diese Klimabewegung ins Rollen gebracht hat?

Es ist wichtig, dass es eine Greta Thunberg gibt, die auch ein Symbol für diese Bewegung ist. Ganz viele junge Menschen nehmen sich ein Beispiel an ihr, weil sie Mut macht. Oft fühlen sich Menschen mit der Thematik allein. Es ist wichtig zu verstehen, dass man nicht allein ist.

Wie reagieren die Schulen auf die Initiative? "Fridays for Future" bedeutet ja, für das Klima zu streiken, also an dem Tag nicht zur Schule zu gehen.

Es ist nicht möglich, jeden Freitag zum Streik zu gehen, gerade wenn man mitten in der Matura steckt. Es wäre schön, wenn "Fridays for Future" eine Initiative wäre, an der sich Schulen, Lehrer und Schüler gleichermaßen beteiligen. Der Klimawandel betrifft uns alle und daher sollten wir auch gemeinsam handeln.

Werden Sie bei den Europawahlen zur Wahl gehen?

Ja, selbstverständlich. Ich fürchte, dass mit Wahlen allein nicht sehr viel verändert werden kann. Man muss die Mittel der Demokratie nutzen und darf sich nicht zurücklehnen. Im Gegenteil: Ich glaube, man muss Druck auf die EU-Parlamentarier und die Politiker ausüben, damit sie spüren, dass ein Großteil der Bevölkerung nicht zufrieden ist und dass die Demokratie da ganz klar spricht. Ich glaube, dass Wahlen als Druckmittel leider nicht ausreichen, um wirklich etwas zu verändern.