Schein weg, Karte da: eine Erleichterung? Weber
Schein weg, Karte da: eine Erleichterung? Weber

"Gesteckte Karte wird nicht akzeptiert", liest die Ordinationshilfe Christa Nadler laut vor. Eine Patientin in der Ordination von Lorenz Reiterer hat vom Hauptverband zwei Karten zugeschickt bekommen und weiß nicht, was es damit auf sich hat. Laut Ordinationshilfe kommt dieser Fall bei ihr zum ersten Mal vor, sonst funktioniert der Ablauf ohne größere Komplikationen. "Einmal ist das ganze System abgestürzt", erzählt Nadler. Obwohl sofort Hektik ausgebrochen ist, konnte das Problem mit Hilfe der Hotline des Hauptverbandes innerhalb von einer halben Stunde behoben werden. Dennoch bleibt Nadler skeptisch: "Für mich ist es keine Erleichterung. Es wird dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe".

Trotz der durch die Einführung entstandenen Kosten ist ihr Chef Reiterer vom positiven Nutzen der E-Card überzeugt: "Mein Eindruck ist, dass es für die Patienten eine Erleichterung bringt, weil der Zugang unbürokratisch ist. Wenn die Leute akut ein Problem haben, können sie, ohne sich einen Krankenschein vom Arbeitgeber holen zu müssen, zum Arzt gehen." Auch das lästige "Eintreiben von Krankenscheinen, fällt durch die E-Card weg". Die Kosten sind für Reiterer akzeptabel. Ein zusätzlicher Personalaufwand für die Einschulung und 500 Euro für die Implementierung in sein Computersystem waren notwendig. Die laufenden Kosten betragen 36 Euro im Monat. Für ihn "gibt es keine Alternative, die Vorteile überwiegen".

Die Pensionistin Eva J. fragt**gleich beim Betreten der Praxis, ob Karte oder Schein. Ihr ist die Karte "egal", "obwohl sie schon praktisch ist, aber sie ist nicht sensationell. Hauptsache: Sie funktioniert".

Abgeschlossener Kartenversand in Wien:

4., 5., 10., 11., 12., 13., 14. und 23. Bezirk.