Welche Funktion genau der bisherige Klubobmann der SPÖ im burgenländischen Landtag in der SP-Bundeszentrale übernehmen wird, soll erst in den nächsten Tagen geklärt werden, sagte Gusenbauer. Darabos selbst sieht seine Stärken eher in der Kenntnis der Parteiinterna. Vorerst werde er noch im burgenländischen Landtag bleiben: "Ich sehe das Burgenland als meine politische Heimat an." Dennoch schließt er einen Wechsel in den Nationalrat nicht aus.

Jetzt jedenfalls ist er wieder ein Pendler, denn die Familie - Darabos ist verheiratet und hat zwei Kinder - bleibt in Kroatisch-Minihof, wie er gegenüber der "Wiener Zeitung" bestätigte. Das Pendlerdasein ist er gewöhnt. "Ich komme aus einer Arbeiter- und Pendlerfamilie im mittleren Burgenland", stellte er sich den MedienvertreterInnen vor. Als Student habe er während der Woche in Wien gelebt. Er kenne also den urbanen, städtischen Bereich ebenso gut wie den agrarisch dominierten ländlichen. Er maße sich aber nicht an, die Erfahrungen aus dem Burgenland 1:1 im Bund umzusetzen. Er wolle aber mit einem offensiven Gegenmodell zur Regierung die SPÖ wieder zur Nummer 1 machen.

Das gute Abschneiden der SPÖ im Burgenland bei den vergangenen Urnengängen war mit ein Grund, weshalb Gusenbauer sich für den 38-jährigen enschieden hat. Die SPÖ sei bei der Nationalratswahl stark in den Städten und den ländlichen Ballungsräumen gewesen, hätte aber Schwächen im ländlichen Raum gehabt: "Mit einer Ausnahme - dem Burgenland." Daran habe Darobos großen Anteil gehabt, streute Gusenbauer seinem neuen Bundesgeschäftsführer Rosen.

Für Gusenbauer war es gar nicht so einfach, Darabos nach Wien zu holen. Landeshauptmann Hans Niessl war keineswegs begeistert darüber, seinen erfolgreichen Mitarbeiter ziehen zu lassen. Der SPÖ-Chef musste extra ins Burgenland reisen, um Niessl in einem persönlichen Gespräch von der Notwendigkeit des Wechsels zu überzeugen. Niessl will seinen Kandidaten für die Neubesetzung des Klubchefs erst am 10. März nennen.