Wien. Die Evangelische Kirche ermöglicht gleichgeschlechtlichen Paaren künftig eine "Segnung in einem öffentlichen Gottesdienst", Voraussetzung dafür ist eine standesamtlich geschlossene Ehe. Darauf einigte sich die Synode der Evangelischen Kirche A.B. am Samstagabend bei einer Sondersitzung.

Die Evangelische Kirche verstehe diese Verbindung als "eheanalog" und "hält am Verständnis der Ehe als der auf lebenslange Treue angelegten Lebensgemeinschaft von Mann und Frau fest", hieß es in einer Aussendung. Die Regelung, für die rund zwei Drittel gestimmt hatten, sei ein "wesentlicher Schritt in Richtung Gleichberechtigung homosexueller Paare", freute sich der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker.

Für eingetragene Partnerschaften wird es die öffentliche Segnung im Gottesdienst nicht geben. Ihnen steht laut Evangelischer Kirche wie bisher die "Segnung im seelsorgerlichen Rahmen" offen.

Außerdem will die Evangelische Kirche A.B. rechtliche Schritte gegen die von der türkis-blauen Koalition beschlossenen Karfreitagslösung prüfen. Ein entsprechender Antrag wurde am Samstag von der Sondersynode in Wien einstimmig angenommen. Dem "Kirchenparlament" gehören rund 70 Delegierte aus ganz Österreich an. Ebenfalls beschlossen wurde von der Synode ein Resolution, in welcher der Karfreitag als Feiertag für alle gefordert wird. (apa)