Wien. Die Serie der Konflikte bei den Lohnrunden setzt sich jetzt auch bei den Gehältern der Bankangestellten fort. Nach Informationen der "Wiener Zeitung" aus Gewerkschaftskreisen brachte die Lohnrunde am Montagabend kein Ergebnis. Damit kommt es heute, Dienstag, zu der von der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-DJP) schon vor der Verhandlungsrunde angedrohten Betriebsrätekonferenz in Wien.

Es hat bei den Lohnrunden in den vergangenen Monaten schon fast Tradition. Seit der Gewerkschaftsbund (ÖGB) mit seinem seit 2018 neuen Präsidenten Wolfgang Katzian im Vorjahr angekündigten "heißen Herbst" ernst gemacht hat, kommt es bei den Kollektivvertragsrunden zu Konfrontationen. Das begann mit den Warnstreiks der Produktionsgewerkschaft, der früheren Metaller, im vergangenen Herbst, und setzte sich bei Eisenbahnern und Handelsangestellten bis zu den Mitarbeitern der Sozialberufe heuer im Februar fort.

Jetzt geht es bei der Kraftprobe um die Gehälter der Bankangestellten. Das ist noch dazu jene Teilgewerkschaft, aus der der jetzige ÖGB-Chef Katzian kommt. Hintergrund ist nach wie vor das von der ÖVP-FPÖ-Koalition im Vorjahr beschlossene neue Arbeitszeitgesetz, das die Möglichkeit des Zwölf-Stunden-Tages eröffnet. Man werde auch bei den Frühjahrs-Kollektivvertragsrunden auf einen Ausgleich für den Zwölf-Stunden-Tag drängen, hatten der Chef der SPÖ-Gewerkschafter, Rainer Wimmer, und die neue Vorsitzende der Gewerkschaft der Privatangestellten, Barbara Teiber, schon im Vorfeld angekündigt. Unter anderem geht es jetzt im Frühjahr auch um die Löhne der 220.000 Beschäftigten im Tourismus.