Linz/Wien. Die einstige Grün-Abgeordnete Gabriela Moser ist Dienstagfrüh verstorben, teilte die oberösterreichische Landespartei der APA mit. Sie hinterlässt einen Ehemann. Nach dem Ausscheiden ihrer einstigen Partei aus dem Nationalrat im vergangenen Jahr wechselte sie beruflich zur Liste JETZT ihres einstigen Parteikollegen Peter Pilz. Sie war dort Mitglied im Vorstand der politischen Akademie.

Moser galt als strebsame und hartnäckige Arbeiterin, die einen großen Anteil vor allem an der Aufklärung dubioser Geldflüsse im Umfeld der Buwog hat. So war es sie, die die Telefon-Protokolle zwischen Karl-Heinz Grasser, Walter Meischberger und Ernst Karl Plech über eine parlamentarische Anfrage an die Öffentlichkeit brachte. Im September 2012 legte sie den Vorsitz in dem von ihr geprägten Untersuchungsausschuss zu Korruptionsaffären zurück.

Eigenbeschreibung: "Penetrant grün"

Die Oberösterreicherin saß seit 1994 mit nur zwei Jahren Unterbrechung im Nationalrat. Themen der begeisterten Radfahrerin waren vor allem Verkehr, Telekommunikation und Bautenwesen. Moser war u.a. an der Aufarbeitung des Skylink-Skandals und mehrerer Ungereimheiten bei den ÖBB beteiligt, etwa den riskanten Spekulationsgeschäften der Staatsbahn.

Ihre politische Karriere hatte die AHS-Lehrerin für Deutsch und Geschichte in den 80er-Jahren gestartet, als sie in den Linzer Gemeinderat einzog. Ihr Engagement begründete sie mit der Luftverschmutzung in der oberösterreichischen Hauptstadt. Überhaupt war Moser in Eigenbeschreibung "penetrant grün". Ihr Privatleben hielt die aus einer bürgerlichen Familie stammende Moser privat. Die gebürtige Linzerin war mit einem deutschen Physiker verheiratet und hatte keine Kinder.

"Ganz außergewöhnliche Frau und Politikerin"

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, selbst langjähriger Parteichef der Grünen, hat die am Dienstag gestorbene Grünen-Abgeordnete Gabriela Moser als "ganz außergewöhnliche Frau und Politikerin" gewürdigt. "Mit unglaublicher Hartnäckigkeit machte sie es sich als Abgeordnete zur Aufgabe, Missstände in unserem Land aufzudecken", schrieb er in einer Aussendung.

Als Korruptionsbekämpferin habe Moser wesentlich dazu beigetragen, Österreich ein Stück transparenter zu machen, so Van der Bellen. Dabei habe sie aber nie ihre Zuversicht und Offenheit verlassen. "Privat habe ich sie als lebensbejahenden und vielseitig interessierten Menschen kennengelernt", meinte der Bundespräsident weiter. "Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Freunden, denen ich mein tiefstes Mitgefühl ausspreche."

Um eine "langjährige Wegbegleiterin" trauerte die grüne Bundespartei. "Wir müssen heute den Verlust einer engagierten Politikerin, einer passionierten Aufdeckerin und vor allem einer guten Freundin hinnehmen", schrieb Bundessprecher Werner Kogler. Moser hinterlasse "eine große Lücke und eine schmerzliche Leere". "Du wirst uns fehlen", so Kogler. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind in diesen Stunden bei ihrer Familie und ihren Freundinnen und Freunden."

Oberösterreichs Grüne betroffen

"Wir werden sie schmerzlich vermissen" - tief betroffen hat die Grüne Landesspitze in Oberösterreich auf das Ableben Gabriela Mosers reagiert. "Die Grüne Bewegung verliert eine Kämpferin für Umwelt, saubere Luft, saubere Politik und gegen Korruption", würdigten Landessprecherin Maria Buchmayr, Landesrat Rudi Anschober und Klubobmann Gottfried Hirz in einer Aussendung die Verstorbene.

Österreich habe Moser viel zu verdanken: "Ohne ihre Arbeit gäbe es keine Korruptionsstaatsanwaltschaft und auch kein parlamentarisches Minderheitenrecht für Untersuchungsausschüsse", so die Grüne Landesspitze. Moser habe mit dem Buwog-Skandal einen der größten Korruptionsfälle Österreichs aufgedeckt, der bis heute noch nicht gerichtlich abgeschlossen sei.

"Wir werden alles dafür tun, um ihr Andenken hoch zu halten und in ihrem Sinne mehr denn je für eine saubere Umwelt und Politik eintreten", so Buchmayr, Anschober und Hirz. Die Anteilnahme gelte der Familie Mosers und ihrem Freundeskreis. (apa)