Klagenfurt. Die Sozialdemokratischen GewerkschafterInnen sind am Donnerstag als klare Sieger aus der Arbeiterkammer-Wahl in Kärnten hervorgegangen. Die FSG erreichte 77,6 Prozent der Stimmen, um 0,7 Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2014. Die Freiheitlichen legten um 4,6 Prozentpunkte auf 13,1 Prozent zu, der ÖAAB verzeichnete 5,7 Prozent (plus 0,5), die Grünen landeten bei 2,6 Prozent (minus 2,8).

Für die Vollversammlung der Arbeiterkammer bedeutet das, dass von den 70 Sitzen 56 auf die FSG entfallen, ebenso viel wie nach der Wahl 2014. Die Freiheitlichen sind künftig mit neun Mandataren vertreten (plus drei), der ÖAAB mit vier (plus eins). Die Grünen verloren zwei Mandate und sind künftig nur noch mit einem Mandatar in der Vollversammlung vertreten. Nicht mehr kandidiert hat 2019 das BZÖ, das bei der vergangenen Wahl zwei Mandate erringen konnte. 2019 trat auch noch der Gewerkschaftliche Linksblock an, mit einem Prozent der Stimmen verpasste die Fraktion aber den Einzug in die Vollversammlung. Im Vorstand der Arbeiterkammer stellt nach dieser Wahl die FSG unverändert zehn Mandatare, die Freiheitlichen einen.

Niedrigere Wahlbeteiligung für Goach "im Trend"

Günther Goach, Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, bezeichnete das Ergebnis seiner FSG-Fraktion als "das beste Ergebnis der Zweiten Republik, das jemals bei einer Arbeiterkammerwahl erzielt werden konnte". Dabei relativierte er auch das Abschneiden der Freiheitlichen Arbeitnehmer: Im Jahr 2014 war noch das BZÖ angetreten, das vier Prozent erreicht hatte - das entspreche in etwa dem Zugewinn der Freiheitlichen. Goach begrüßte es, dass auch die Grünen in der Vollversammlung vertreten sind. Für Goach war es die vierte Wahl. Was die kommende Amtsperiode angeht, gab er sich gegenüber der Bundesregierung kämpferisch: "Wenn wir der Meinung sind, dass von einer Maßnahme Arbeitnehmerinteressen betroffen sind, werden wir auch weiterhin die Stimme erheben." Dabei sprach er den Zwölf-Stunden-Tag oder die Karfreitagsregelung an.

Zur niedrigen Wahlbeteiligung von 38,5 Prozent - 2014 waren es noch 40,8 Prozent - meinte Goach, er wolle das Thema nicht verniedlichen: "Es liegt aber im Trend, dass die Wahlbeteiligung sinkt, das sieht man auch bei anderen Wahlen." Bei der AK-Wahl sei es schwierig, Teilzeitarbeitskräfte oder Saisonarbeiter zu erreichen. Die am Donnerstag präsentierten Zahlen sind das vorläufige Ergebnis, das endgültige Ergebnis soll am kommenden Montag, dem 18. März, feststehen.

Kommende Woche folgen vier weitere Länder

An diesem Tag werden noch die letzten Wahlkarten ausgezählt, die erst knapp vor Wahlschluss aufgegeben wurden.

Kommende Woche gehen die AK-Wahlen in die nächste Runde. Am Dienstag starten sie in Oberösterreich, einen Tag später in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland. In allen vier Ländern haben die FSG-Gewerkschafter mit ihren jeweils roten Präsidenten ihre Vormachtstellung zu verteidigen. Auch hier aber könnte erneut eine geringe Wahlbeteiligung drohen.