Wien/Graz. Die Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten beschäftigten am Donnerstag den parlamentarischen Wissenschaftsausschuss. Anlass war der Tätigkeitsbericht der Ombudsstelle für Studierende. Darin wird eine Erleichterung bei Aufnahmeverfahren in Fächern mit einem regulierten Zugang empfohlen. Demnach sollten eventuell freigebliebene Plätze allen Interessenten offenstehen.

Insgesamt ist die Zahl der Studenten an den 21 heimischen Universitäten im abgelaufenen Wintersemester 2018/19 um 9500 auf 268.600 gesunken. Das war ein Rückgang um 3,4 Prozent, wie aus Daten des Bildungsministeriums hervorgeht. Es war der zweite Rückgang innerhalb von zwei Jahren.

Größter Rückgang an der Technischen Universität Wien

- © M. Hirsch
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Bei den Studienanfängern gab es mit 45.500 ordentlichen Neuzugelassenen ebenfalls ein Minus von 3,8 Prozent. Bemerkenswert dabei ist: In Relation zur Studentenzahl war der Rückgang an der Technischen Universität Wien (TU Wien) mit einem Minus von neun Prozent am stärksten, gleichauf mit der Universität Graz. Das ist insofern interessant, weil einerseits seit längerem dafür geworben wird, ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium zu beginnen, und andererseits die Jobchancen für Absolventen besonders günstig sind.

An der TU Wien ist man allerdings angesichts der Entwicklung keineswegs im Alarmzustand. "Der Studentenrückgang hängt mit den geburtenschwächeren Jahrgängen zusammen, das ist kein TU-Spezifikum", erläutert Pressesprecherin Bettina Kunnert im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Dazu kommt auch die Konkurrenz für die Universitäten durch die Fachhochschulen, die potenzielle Anfänger abziehen. Die Maturantenzahlen sinken seit 2014 und sollen erst 2021 laut Hochschulstatistik steigen. 14 der 21 Universitäten verzeichneten einen Hörerschwund.

An der Technischen Universität Wien wurde zuletzt, dort, wo es Zugangsbeschränkungen gibt, noch eine andere Entwicklung registriert. Trotz der Zugangsbeschränkungen in Informatik hat dies keine negativen Auswirkungen auf die Absolventenzahlen. Im Gegenteil: "Die Fakultät für Informatik führt seit dem Studienjahr 2016/17 vor Studienbeginn ein Aufnahmeverfahren durch. Die ersten Zahlen und Erfahrungen damit zeigen, dass der positive Abschluss des Aufnahmeverfahrens in Kombination mit unterstützenden Maßnahmen für den Studienbeginn Studierende motiviert und befähigt, ihr Studium in sehr guter Qualität und Zeit erfolgreich zu absolvieren", wird von Seiten der TU Wien inzwischen betont. Exakte Zahlen waren kurzfristig nicht verfügbar.