Wien. (ett) Bankkunden in Österreich könnten am 29. März beziehungsweise am 1. April vor versperrten Filialen stehen. Kommt es bei der nächsten Gehaltsrunde am Dienstag, 26. März zu keinem Abschluss über die Erhöhung der Gehälter und weiteren Punkten als Ausgleich für die Möglichkeit des Zwölf-Stunden-Tages, so droht die Gewerkschaft nun mit Warnstreiks ab Ende März.

Money, Money von Abba dröhnt aus Lautsprechern. Helfer der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-DJP) teilen aus einer Schachtel rote Trillerpfeifen aus. Eine Schar hunderter Betriebsräte hat sich Dienstagfrüh zur Betriebsversammlung unter freiem Himmel beim Wiener Schwarzenbergplatz eingefunden. Ihr Ziel: eine "faire" Erhöhung der Gehälter für 73.000 Bankangestellte.

Im Bankensektor stocken nun die Kollektivvertragsverhandlungen. 2,3 bis 2,5 Prozent Erhöhung sind den Gewerkschaftern zu wenig. Sie fordern 4,1 Prozent Gehaltserhöhung und die Anrechnung von Karenzzeiten. "Die Arbeitgeberseite hat sich warm anzuziehen", warnt eine Betriebsrätin. Der Wiener GPA-Geschäftsführer Mario Ferrari fordert einen Ausgleich für Arbeitszeitverdichtung mit kürzerer Arbeitszeit und sechster Urlaubswoche.

Ärger regt sich wegen der hohen Boni für Bankmanager. "Warum können Manager maßlos schöpfen, und uns Mitarbeiter wollt ihr schröpfen", steht auf einer Tafel, die die GPA vorbereitet hat. Das ist eine der Stoßrichtungen des Protests - hohe Dividenden, keine ordentlichen Gehaltserhöhungen. "Der Branche geht’s gut", sagt Ferrari. Eine Betriebsrätin nimmt Bezug auf den Schülerstreik, der "Mut gemacht" habe, "auf die Straße zu gehen".