Linz. In der Causa eines von der FPÖ als "Terrorsympathisant" bezeichneten Lehrlings haben der oberösterreichische Landesrat Rudi Anschober (Grüne) und die Freiheitlichen ihren Rechtsstreit beigelegt. Alle geltend gemachten Ansprüche wurden in einem Vergleich bereinigt, teilte Anschober der APA am Mittwoch mit. Er will mit dem Geld auch einen Hilfsfonds für Lehrlinge finanzieren.

Hintergrund der Causa ist der Fall eines Asylwerbers, der in Oberösterreich eine Lehre macht und durch einen Besuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen an seinem Arbeitsplatz Bekanntheit erlangte. Anschober setzte sich im Rahmen seiner Aktion "Ausbildung statt Abschiebung" für den Afghanen ein.

Die Freiheitlichen hatten den Lehrling angezeigt, weil er laut seinem Facebook-Profil mit der angeblichen Terrororganisation "Liwa Fatemiyoun" sympathisiere. Wie die "Wiener Zeitung" Tage vor dem Urteil der Staatsanwaltschaft recherchierte, gehörte das Profil aber jemand anderem, und die Ermittlungen gegen den Lehrling wurden binnen weniger Tage eingestellt, wenig später auch jene gegen den echten Inhaber der Facebook-Seite.

Stillschweigen über Details

Zwischen der FPÖ und dem Lehrling wurde außergerichtlich ein Vergleich erzielt, über dessen Inhalt Stillschweigen vereinbart wurde.

Im Jänner wurde die FPÖ wegen Online-Artikeln, in denen Klubobmann Johann Gudenus und Generalsekretär Harald Vilimsky Anschober vorwarfen, einen "Terrorsympathisanten" zu unterstützen und als Musterlehrling auszugeben, wegen übler Nachrede nicht rechtskräftig zur Zahlung von 12.000 Euro verurteilt. Nun wurde aber ein Vergleich erzielt, Details wurden jedoch nicht bekanntgegeben.

Mit den Vorwürfen sei ein völlig unschuldiger und wehrloser Lehrling von FPÖ-Klubobmann Gudenus als "Terrorsympathisant" bezichtigt worden. Nach dem Vergleich freue er sich "über die Finanzierung von Projekten und eines Hilfsfonds für Lehrlinge, die dadurch möglich wurde", so der Landesrat.