Wien. (pech/apa) Alle fünf Nationalratsfraktionen haben sich für eine Verlängerung des Eurofighter-Untersuchungsausschusses um drei Monate ausgesprochen. Derbeschluss erfolgt bereits kommende Woche.

Gemeinsame Sache machten die Regierungsparteien ÖVP und FPÖ mit der SPÖ auch bei einer Zeugenladung in den Eurofighter-U-Ausschuss. Es geht um Edwin Wall, den Vertragsverhandler der Republik, dem eine Manipulation des Vertrags 2003 unterstellt wird, die dieser aber bestreitet. Bekanntgegeben wurde dies per Aussendung nach Sitzungsbeginn am Donnerstag. Offen ist hingegen die Ladung jenes Informanten, der Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser belastet hat, was zu den erst jetzt bekannt gewordenen Ermittlungen seit dem Jahr 2001 geführt hat.

Wenig ergiebig war die Zeugenbefragung im U-Ausschuss selbst. Zuerst konnte sich der frühere FPÖ-Generalsekretär Peter Sichrovsky ausgefallen. Er berief sich immer wieder auf Erinnerungslücken, etwa was ein angebliches Treffen mit dem Flugzeughersteller EADS im Jahr 2002 betraf, über das eine handschriftliche Notiz existiert. "Ich weiß es nicht mehr, ich schließe es aber auch nicht aus", sagte Sichrovsky in seiner Befragung unter Wahrheitspflicht immer wieder.

Es ging um ein Treffen mit Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, dem früheren Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider und Sichrovsky mit EADS-Vertretern in Brüssel, bei dem Grasser "100 Prozent Unterstützung" für das Eurofighter-Angebot geäußert haben soll, obwohl er sich in der Öffentlichkeit als Flugzeuggegner positionierte.

Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly hat bei seiner Befragung immer nur das an Geschäftsverbindungen zum Firmennetzwerk rund um den Eurofighter-Deal zugegeben, was ihm die Abgeordneten nachweisen konnten.

"Ich bin ein kleines Würschtel", meinte er über seine Möglichkeiten, bei einem solchen Geschäft Druck auf politische Entscheidungsträger auszuüben. Auch seine Geschäftsbeziehungen spielte er herunter. Eine solche zur Firma Columbus, über die Vector Aerospace Geld verteilt haben soll, gab es "meines Wissens gar nicht". Allerdings legte ihm Jetzt-Abgeordneter Peter Pilz eine unterschriebene Vereinbarung seines Unternehmens MPA Budapest mit Columbus vor, worauf Mensdoff-Pouilly die Echtheit einräumte. Wofür die betreffenden 100.000 Euro gezahlt worden seien, wisse er 14 Jahre später aber nicht mehr. Auch ÖVP-Abgeordneter Wolfgang Gerstl konfrontierte ihn mit Zahlungen von 880.000 Euro von einer Firma. Mensdorff konnte sich nicht erinnern, gestand aber zu, öfter so hohe Beträge in bar erhalten zu haben.