Salzburg. Nach den Stichwahlen am Sonntag werden 96 der 119 Salzburger Gemeinden von ÖVP-Ortschefs regiert, darunter auch die Landeshauptstadt. 18 Gemeinden stehen in Zukunft unter Führung von einem SPÖ-Bürgermeister. In vier Kommunen setzten sich Kandidaten von Namenslisten durch. Die FPÖ stellt erstmals seit 2004 wieder einen Bürgermeister, Christian Pewny war in Radstadt aber ohne Gegner angetreten.

Bei der Verteilung der Orts- und Stadtchefs nach politischen Farben hat sich gegenüber der Situation von vor der Wahl so gut wie nichts geändert. In Summe gewannen die Freiheitlichen einen Bürgermeistersessel, die ÖVP verlor einen. Das dürfte die Volksparte angesichts der Ergebnisse bei den Gemeindevertretungswahlen vor zwei Wochen nicht schmerzen. Landesweit hatte die Volkspartei am 10. März 47,5 Prozent der Stimmen und 1.153 der insgesamt 2.134 Sitze in den Gemeindestuben erzielt und die Stadt Salzburg gedreht.

Stimmenanteile 2014 und 2019.- Zum Vergrößern bitte anklicken. - © APAweb
Stimmenanteile 2014 und 2019.- Zum Vergrößern bitte anklicken. - © APAweb

 Hallein und Zell am See wieder "rot"

Die SPÖ konnte heute einige Achtungserfolge erzielen: In Hallein und Zell am See - Städte, die einmal jahrzehntelang fest in der Hand der Sozialdemokraten waren - gibt es nach längerem ÖVP-Interregnum wieder "rote" Bürgermeister. Große Freude im SPÖ-Lager dürfte dennoch nicht aufkommen. In der Stadt Salzburg fuhr Stadtchef Harald Preuner (ÖVP) letztlich den erwarteten klaren Wahlsieg ein.

Acht der elf Stichwahlen am Sonntag waren übrigens rot-schwarze Duelle. Die ÖVP konnte dabei den Bürgermeister in Salzburg, Seekirchen, Oberalm und Bad Hofgastein holen, die SPÖ in Hallein, Mattsee, Oberndorf und Zell am See. Das einzige Duell zwischen Volkspartei und FPÖ in St. Johann im Pongau entschied ÖVP-Amtsinhaber Günther Mitterer für sich. In Straßwalchen konnte sich die SPÖ-Kandidatin gegen ihre Herausforderin von der Liste Straßwalchen (LIS) durchsetzen, in Elsbethen gewann der ÖVP-Amtsinhaber gegen die Kandidatin der Liste "Wir für Elsbethen".

 Umschwünge

In drei der elf Stichwahlgemeinden setzte sich heute übrigens nicht der Favorit, sondern der Herausforderer aus dem ersten Wahlgang durch. In Zell am See und Mattsee gewannen die Bewerber der SPÖ, in Oberalm der Kandidat der Volkspartei. Der ÖVP-Mann Hans-Jörg Haslauer schaffte es dabei, den großen Rückstand von 12,7 Prozentpunkten noch in einen Vorsprung zur verwandeln - offenbar ein Rekord. Die drei "Umschwünge" sind insofern bemerkenswert, da in den bisher 52 Stichwahlen seit dem Jahr 1994 insgesamt nur sieben Mal der im ersten Durchgang Zweitplatzierte gewonnen hat.